Lexikon · Hotellerie · 40 Begriffe
Hotel-Kennzahlen: Ertrag, Vertrieb und Betrieb in Zahlen
Hotel-Kennzahlen beschreiben ein Haus auf drei Ebenen: Ertrag je verfügbarem Zimmer (ADR, RevPAR, TRevPAR, GOP), Vertrieb (Direktbuchungsquote, OTA-Provision, Stornoquote, Buchungsvorlauf) und Betrieb (Kosten je belegtem Zimmer, Aufenthaltsdauer, Housekeeping). Ein Haus mit 30 bis 120 Zimmern kommt in der Praxis mit rund zehn dieser Größen aus, wenn sie wöchentlich und nach Segment getrennt vorliegen. Diese Seite führt jede Kennzahl mit Definition, Formel und Richtwert; die Einzelseiten tragen Rechner, Tabellen und die Fragen, die im Haus dazu gestellt werden.
Die Leitgrößen
Womit die Führung eines Betriebs beginnt
Ertragskennzahlen
Die Average Daily Rate ist der durchschnittlich erzielte Zimmerpreis, berechnet aus Logisumsatz geteilt durch verkaufte Zimmer.
ADR = Logisumsatz netto ÷ verkaufte Zimmer
Der RevPAR ist der Logisumsatz je verfügbarem Zimmer und verbindet damit Preis und Auslastung in einer Zahl.
RevPAR = Logisumsatz netto ÷ verfügbare Zimmer
RevPAR = ADR × Auslastung
Der TRevPAR ist der Gesamtumsatz des Hauses je verfügbarem Zimmer, nicht nur der Logisumsatz.
TRevPAR = Gesamtumsatz netto ÷ verfügbare Zimmer
Der GOPPAR ist das Bruttobetriebsergebnis je verfügbarem Zimmer und damit die einzige Zimmerkennzahl, die Kosten einbezieht.
GOPPAR = Bruttobetriebsergebnis (GOP) ÷ verfügbare Zimmer
Die Auslastung ist der Anteil verkaufter an verfügbaren Zimmern in einem Zeitraum.
Auslastung % = verkaufte Zimmer ÷ verfügbare Zimmer × 100
Die Frühstücksquote ist der Anteil der Übernachtungsgäste, die tatsächlich frühstücken.
Frühstücksquote % = Frühstücke ÷ Übernachtungsgäste × 100
Revenue Management ist die Steuerung von Preis und Verfügbarkeit mit dem Ziel, den Ertrag je verfügbarem Zimmer zu maximieren.
Der Logisumsatz ist der reine Nettoerlös aus der Zimmervermietung, ohne Frühstück, ohne Gastronomie und ohne durchlaufende Posten.
Logisumsatz = Nettogesamtumsatz − Gastronomieerlöse − sonstige Erlöse
Logisanteil % = Logisumsatz ÷ Nettogesamtumsatz × 100
Die Bettenauslastung ist der Anteil der verkauften Bettennächte an allen verfügbaren Bettennächten eines Zeitraums.
Bettenauslastung % = Übernachtungen ÷ (Betten × Tage) × 100
Doppelbelegungsfaktor = Übernachtungen ÷ verkaufte Zimmer
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist die Zahl der Übernachtungen geteilt durch die Zahl der Ankünfte in einem Zeitraum.
Aufenthaltsdauer = Übernachtungen ÷ Ankünfte
Der RevPAR-Index setzt den eigenen RevPAR ins Verhältnis zum durchschnittlichen RevPAR eines definierten Wettbewerbssets.
RevPAR-Index = eigener RevPAR ÷ RevPAR des Wettbewerbssets × 100
Das Bruttobetriebsergebnis ist der Nettogesamtumsatz abzüglich aller betrieblichen Kosten, aber vor Pacht, Zinsen, Abschreibung und Steuern.
GOP = Nettogesamtumsatz − Abteilungskosten − ungeteilte Betriebskosten
GOP-Marge % = GOP ÷ Nettogesamtumsatz × 100
Die Kosten pro belegtem Zimmer sind die variablen zimmerbezogenen Kosten einer Zimmernacht, geteilt durch die verkauften Zimmer.
Kosten je belegtem Zimmer = variable Zimmerkosten ÷ verkaufte Zimmer
Der Zimmerdeckungsbeitrag ist der Nettozimmerpreis abzüglich der Vertriebskosten der Buchung und der variablen Zimmerkosten.
Zimmerdeckungsbeitrag = Nettozimmerpreis − Vertriebskosten − variable Zimmerkosten
Die Personalkosten je Zimmer sind der gesamte Personalaufwand eines Zeitraums geteilt durch die Zahl der verkauften Zimmer.
Personalkosten je Zimmer = Personalaufwand gesamt ÷ verkaufte Zimmer
Personalkostenquote % = Personalaufwand ÷ Nettoumsatz × 100
Vertrieb und Distribution
Die OTA-Provision ist der Anteil, den Buchungsportale je vermittelter Buchung einbehalten — üblich sind 15 bis 25 Prozent.
Nettoerlös = Buchungswert − Provision
Provisionsquote % = Provision ÷ Buchungswert × 100
Rate Parity bezeichnet die Verpflichtung, denselben Zimmerpreis über alle Vertriebskanäle anzubieten.
Ein Channel Manager verteilt Verfügbarkeiten und Preise automatisch an alle angeschlossenen Vertriebskanäle und meldet Buchungen zurück.
Dynamic Pricing bedeutet, Zimmerpreise laufend an die erwartete Nachfrage anzupassen statt an einen Saisonkalender.
Die Direktbuchungsquote ist der Anteil der Buchungen, die ohne Vermittler über die eigenen Kanäle zustande kommen.
Direktbuchungsquote % = Direktbuchungen ÷ alle Buchungen × 100
Der Vertriebskostenanteil setzt alle Kosten der Buchungsbeschaffung ins Verhältnis zum Logisumsatz.
Vertriebskostenanteil % = (Provisionen + Werbekosten + Systemgebühren) ÷ Logisumsatz × 100
Die No-Show-Quote ist der Anteil der erwarteten Anreisen, bei denen der Gast ohne Stornierung nicht erscheint.
No-Show-Quote % = nicht angereiste Zimmernächte ÷ erwartete Anreisen × 100
Der Buchungsvorlauf ist die durchschnittliche Zahl der Tage zwischen Buchungseingang und Anreisedatum.
Buchungsvorlauf = Summe (Anreisedatum − Buchungsdatum) ÷ Buchungen
Die Pick-up-Analyse misst, wie viele Zimmernächte für einen bestimmten Anreisetag seit der letzten Betrachtung hinzugekommen sind.
Pick-up = Bestand heute für Stichtag − Bestand vor 7 Tagen für denselben Stichtag
Pick-up-Bedarf = Ziel-Zimmernächte − aktueller Bestand
Die Belegungsprognose schätzt die Zimmernächte eines künftigen Zeitraums aus dem aktuellen Bestand, dem erwarteten Buchungseingang und den erwarteten Ausfällen.
Prognose Zimmernächte = Bestand + erwarteter Pick-up − erwartete Stornos
Belegungsprognose % = Prognose Zimmernächte ÷ verfügbare Zimmernächte × 100
Die Verdrängungsrechnung stellt den Deckungsbeitrag einer Gruppenanfrage dem Deckungsbeitrag des Einzelgeschäfts gegenüber, das sie verdrängen würde.
Mindestpreis je Gruppenzimmer = (verdrängter Deckungsbeitrag + variable Kosten − Nebenumsatzbeitrag) ÷ Gruppenzimmer
Der Mindestaufenthalt ist eine Buchungsrestriktion, die eine Reservierung erst ab einer festgelegten Zahl von Nächten zulässt.
Lückenquote % = unverkaufte Einzelnächte ÷ verfügbare Zimmernächte × 100
Die nicht erstattbare Rate ist ein Zimmerpreis, der gegen Vorauszahlung und ohne Stornomöglichkeit vergeben wird und deshalb unter der flexiblen Rate liegt.
Abschlag % = (flexible Rate − nicht erstattbare Rate) ÷ flexible Rate × 100
Die Preisuntergrenze ist der Zimmerpreis, unterhalb dessen eine verkaufte Nacht die ihr zurechenbaren Kosten nicht mehr deckt.
kurzfristige Preisuntergrenze = variable Zimmerkosten + Vertriebskosten der Buchung
langfristige Preisuntergrenze = kurzfristige Preisuntergrenze + anteilige Fixkosten je verfügbarem Zimmer
Ablauf und Qualität
Housekeeping-Kennzahlen messen Zeit- und Kostenaufwand je gereinigtem Zimmer und bilden die Grundlage der Personalplanung.
Die Out-of-Order-Quote ist der Anteil der Zimmernächte, die wegen Schaden, Umbau oder anderer Nutzung nicht vermietbar waren.
Out-of-Order-Quote % = nicht vermietbare Zimmernächte ÷ theoretisch verfügbare Zimmernächte × 100
F&B und Nebenumsätze
Der Hausgastanteil ist der Anteil der Übernachtungsgäste, die eine Mahlzeit im eigenen Haus einnehmen, gerechnet je Mahlzeit.
Hausgastanteil % = Couverts von Hotelgästen ÷ Übernachtungen × 100
Der Zusatzumsatz je Übernachtung ist der Teil des Umsatzes, der nicht aus dem Zimmerpreis stammt, bezogen auf eine Übernachtung.
Zusatzumsatz je Übernachtung € = (Nettogesamtumsatz − Logisumsatz) ÷ Übernachtungen
Der Zimmer-Upgrade-Verkauf ist der Verkauf einer höheren Zimmerkategorie gegen Aufpreis, meist beim Check-in oder kurz vor Anreise.
Upgrade-Quote % = verkaufte Upgrades ÷ Anreisen × 100
Die Tagungspauschale ist ein Preis je Teilnehmer und Tag, der Raumnutzung, Technik, Pausenverpflegung und Mittagessen in einem Betrag zusammenfasst.
Pauschale je Teilnehmer = Raumanteil + Technik + Pausen + Mittagessen + Getränke
Deckungsbeitragsquote % = (Pauschale − Wareneinsatz − Fremdleistungen) ÷ Pauschale × 100
Die Frühstückskosten je Übernachtung sind der Wareneinsatz des Frühstücks, bezogen auf einen tatsächlich bewirteten Frühstücksgast.
Frühstückskosten je Gast € = Wareneinsatz Frühstück ÷ Frühstücksgäste
Recht und Pflicht
Der Meldeschein ist der besondere Meldenachweis, den Beherbergungsbetriebe nach dem Bundesmeldegesetz bei der Ankunft von Gästen erheben und aufbewahren müssen.
Die Umsatzsteuer bei Beherbergung unterscheidet zwischen der kurzfristigen Vermietung zum ermäßigten Satz und Nebenleistungen, die nach dem Aufteilungsgebot eigenständig besteuert werden.
Kurtaxe und Beherbergungsabgabe sind kommunale Abgaben, die der Beherbergungsbetrieb vom Gast einzieht und an die Gemeinde abführt.
Die Legionellenprüfung ist die wiederkehrende Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen, die die Trinkwasserverordnung für Großanlagen bei gewerblicher Wasserabgabe vorschreibt.
Wenn aus der Zahl eine Entscheidung wird

