Studie · Erhebung August 2026 · TasteWorks
Messbarkeit in der deutschen Hotellerie 2026
332 Hotel-Websites aus 20 Städten wurden mit einem echten Browser aufgerufen und ihr Netzwerkverkehr protokolliert — jede Seite zweimal: einmal vor und einmal nach der Einwilligung des Gastes.
Der Kernbefund
Von den Hotels, die ihren Besucherverkehr überhaupt messen, laden 82 Prozent ihre Werkzeuge, bevor der Gast zugestimmt hat. Und obwohl fast jedes zweite Haus ein Einwilligungsbanner installiert hat, hält es die Messung in 45,5 Prozent der Fälle nicht auf.
Die Hotellerie ist technisch deutlich besser ausgestattet als die Gastronomie — und übergeht die Einwilligung trotzdem häufiger. Das ist der eigentliche Befund dieser Erhebung.
Vier Zahlen
Warum ausgerechnet die Besseren
Die Hotellerie führt in jeder einzelnen Ausstattungsfrage: doppelt so oft ein Tag Manager, mehr als doppelt so oft ein Meta-Pixel, fast doppelt so oft ein Einwilligungsbanner. Genau dort wird die Einwilligung aber häufiger übergangen als in der parallel erhobenen Gastronomie.
| Hotellerie (n = 332) | Gastronomie (n = 260) | |
|---|---|---|
| Einwilligungsbanner vorhanden | 49,7 % | 28,1 % |
| Google Tag Manager | 26,5 % | 10,4 % |
| Meta-Pixel | 14,2 % | 5,4 % |
| Google Analytics | 35,2 % | 21,9 % |
| keine Messung gefunden | 53,6 % | 70,4 % |
| mit Banner — und laden trotzdem vorab | 45,5 % | 32,9 % |
Was tatsächlich im Einsatz ist
| Werkzeug | Häuser | Anteil |
|---|---|---|
| Google Analytics (GA4) | 117 | 35,2 % |
| Google Tag Manager | 88 | 26,5 % |
| Google Ads | 66 | 19,9 % |
| Meta-Pixel | 47 | 14,2 % |
| Matomo, etracker, Plausible u. a. | 20 | 6,0 % |
| Verhaltensanalyse (Hotjar, Clarity) | 17 | 5,1 % |
Mehrfachnennung möglich. Bemerkenswert ist der Google-Ads-Wert: 19,9 Prozent der Häuser bewerben sich bezahlt — ohne dass in vielen Fällen ein Zähler vorhanden wäre, der eine Buchung als Ergebnis erfasst. Was daraus für die Steuerung eigener Direktbuchungen folgt, steht unter Hotelmarketing.
Vor der Einwilligung
Jede Seite wurde zweimal aufgerufen: einmal ohne jede Interaktion, einmal nach einem Klick auf die Zustimmung. Die Differenz zeigt, was ein Haus lädt, bevor es fragt.
38,0 Prozent aller untersuchten Hotels laden Messwerkzeuge ohne vorliegende Einwilligung. Bezogen auf die Häuser, die überhaupt messen, sind es 81,8 Prozent.
| lädt Messwerkzeuge ohne Einwilligung | 38,0 % |
| darunter Meta-Pixel ohne Einwilligung | 5,7 % |
| Einwilligungswerkzeug vorhanden | 49,7 % |
| Verdacht auf serverseitige Messung | 7,8 % |
Nach Städten
| Stadt | auswertbar | ohne Messung |
|---|---|---|
| München | 57 | 51 % |
| Nürnberg | 30 | 57 % |
| Köln | 29 | 55 % |
| Hamburg | 26 | 46 % |
| Frankfurt | 25 | 80 % |
| Berlin | 24 | 33 % |
| Stuttgart | 22 | 55 % |
| Leipzig | 21 | 43 % |
| Düsseldorf | 20 | 70 % |
| Regensburg | 15 | 67 % |
| Bremen | 13 | 54 % |
| weitere 9 Städte | 50 | 62 % |
Städte mit weniger als zehn auswertbaren Häusern sind zusammengefasst; Einzelwerte darunter tragen keine Aussage. Die vollständige Aufschlüsselung steht in den Rohdaten.
Methodik
Grundgesamtheit und Ziehung
Aus OpenStreetMap wurden über die Overpass-Schnittstelle alle als Hotel erfassten Häuser mit hinterlegter eigener Website in 20 deutschen Städten abgerufen — Knoten, Wege und Flächen. Buchungsportale und Plattformeinträge wurden ausgeschlossen, Mehrfachnennungen derselben Domain zusammengeführt. Ergebnis: 776 Häuser. Daraus wurden 400 zufällig gezogen, mit festem Startwert, damit die Ziehung wiederholbar bleibt. Die Stichprobe umfasst damit gut die Hälfte der Grundgesamtheit.
Messung
Jede Website wurde in einem echten Browser geöffnet (Chromium, mobiles Gerät emuliert, deutsche Spracheinstellung) und der gesamte Netzwerkverkehr protokolliert. Erfasst wurden 14 Analyse- und Werbewerkzeuge sowie zehn Einwilligungslösungen. Zwei Durchgänge je Seite: ohne Interaktion und nach Betätigung der Zustimmung. In einer Nachmessung am 3. August wurden alle Häuser, bei denen ein Einwilligungsbanner erkannt, der Zustimmungsknopf aber nicht bedient werden konnte, mit einem erweiterten Verfahren erneut geprüft; die Ergebnisse sind eingearbeitet. Gemessen wurde die Startseite, nicht die Buchungsstrecke.
Ausfälle
397 Häuser wurden abgerufen, 332 waren auswertbar. Nicht auswertbar: 30 technische Fehler, 18 gesperrte Zugriffe, 13 nicht gefundene Seiten, 2 Serverfehler, 2 Ausschlüsse durch die Seite selbst. Diese Häuser sind nicht im Nenner enthalten. Die Ausfallquote liegt mit 16,4 Prozent höher als in der Gastronomie — Hotel-Websites setzen häufiger Schutzmechanismen gegen automatisierte Zugriffe ein.
Grenzen der Aussage
Serverseitige Messung ist von außen nicht sicher erkennbar. „Keine Messung“ ist deshalb eine Obergrenze — und in der Hotellerie eine großzügigere als in der Gastronomie, weil hier bei 7,8 Prozent der Häuser Anzeichen für serverseitige Messung gefunden wurden gegenüber 0,4 Prozent. Die Stichprobe enthält ausschließlich Häuser mit eigener Website und bildet Innenstadtlagen ab; sie ist damit eher digital aktiv als die Gesamtbranche. Bei 332 Fällen und Anteilen um 54 Prozent beträgt das 95-Prozent-Vertrauensintervall rund 5,4 Prozentpunkte.
Interessenlage
TasteWorks ist eine Marketing-Agentur für Gastronomie und Hotellerie und bietet Leistungen an, die mit dem Untersuchungsgegenstand zusammenhängen. Um das nachprüfbar zu halten, werden Verfahren, Auswertungsstand und der anonymisierte Datensatz vollständig veröffentlicht. Die Messkriterien standen vor Beginn der Erhebung fest und sind für beide Branchen identisch.
Daten und Zitierung
Der vollständige Datensatz beider Branchen steht als Tabelle zum Herunterladen bereit — je Betrieb Branche, Stadt, Abrufdatum, erkannte Werkzeuge und Ausfallgrund, ohne Namen der Häuser. Methodenprotokoll, Zufallsstartwert und Werkzeugversionen liegen bei.
Zitiervorschlag
TasteWorks (2026): Messbarkeit in der deutschen Hotellerie 2026. Erhebung vom 2.–3. August 2026, 332 auswertbare Häuser in 20 Städten. Langquaid. Abrufbar unter agentur-gastronomie.de/studie-website-messbarkeit-hotellerie-2026/
Verwendung mit Quellenangabe und Verweis auf diese Seite gestattet. Für Rückfragen zur Methodik steht die Herausgeberin zur Verfügung. Die Erhebung für die Gastronomie steht unter Messbarkeit in der deutschen Gastronomie 2026.

Elisa Russoniello
Gründerin TasteWorks – Erhebung und Auswertung dieser Studie
Veröffentlicht am 3. August 2026 · zuletzt geprüft am 3. August 2026

