Studie · Erhebung August 2026 · TasteWorks

Messbarkeit in der deutschen Hotellerie 2026

332 Hotel-Websites aus 20 Städten wurden mit einem echten Browser aufgerufen und ihr Netzwerkverkehr protokolliert — jede Seite zweimal: einmal vor und einmal nach der Einwilligung des Gastes.

Erhebung 2.–3. August 2026 · Grundgesamtheit 776 Hotels mit eigener Website (OpenStreetMap) · Zufallsstichprobe von 400, Startwert 20260802
Herausgeberin: Elisa Russoniello, TasteWorks, Langquaid · Methodik und Rohdaten stehen unten offen

Der Kernbefund

Von den Hotels, die ihren Besucherverkehr überhaupt messen, laden 82 Prozent ihre Werkzeuge, bevor der Gast zugestimmt hat. Und obwohl fast jedes zweite Haus ein Einwilligungsbanner installiert hat, hält es die Messung in 45,5 Prozent der Fälle nicht auf.

Die Hotellerie ist technisch deutlich besser ausgestattet als die Gastronomie — und übergeht die Einwilligung trotzdem häufiger. Das ist der eigentliche Befund dieser Erhebung.

AUSWERTBARE HÄUSER332von 397 abgerufenen · 65 nicht erreichbarDAVON: MESSEN ÜBERHAUPT15446,4 % — die übrigen 178 messen mit keinem erkennbaren WerkzeugDAVON: LADEN VOR DER EINWILLIGUNG12681,8 % der messenden Häuser — 28 fragen zuerst
Breite maßstäblich zur Zahl der Häuser. Erhebung 2.–3. August 2026, n = 332.

Vier Zahlen

81,8 %
126 von 154 messenden Häusern
laden ihre Werkzeuge vor der Einwilligung
53,6 %
± 5,4 Prozentpunkte
messen ihren Besucherverkehr mit keinem erkennbaren Werkzeug
45,5 %
75 von 165 Häusern mit Banner
haben ein Einwilligungsbanner — und laden trotzdem vorab
16,4 %
65 von 397 Abrufen
der hinterlegten Websites waren gar nicht erreichbar

Warum ausgerechnet die Besseren

Die Hotellerie führt in jeder einzelnen Ausstattungsfrage: doppelt so oft ein Tag Manager, mehr als doppelt so oft ein Meta-Pixel, fast doppelt so oft ein Einwilligungsbanner. Genau dort wird die Einwilligung aber häufiger übergangen als in der parallel erhobenen Gastronomie.

Anteil der auswertbaren Betriebe je Branche, dieselbe Messung, derselbe Zeitraum
 Hotellerie (n = 332)Gastronomie (n = 260)
Einwilligungsbanner vorhanden49,7 %28,1 %
Google Tag Manager26,5 %10,4 %
Meta-Pixel14,2 %5,4 %
Google Analytics35,2 %21,9 %
keine Messung gefunden53,6 %70,4 %
mit Banner — und laden trotzdem vorab45,5 %32,9 %
Wie das zu lesen ist. Wer ein Einwilligungsbanner installiert hat, wollte erkennbar das Richtige tun. Dass die Werkzeuge trotzdem vorher starten, deutet weniger auf Nachlässigkeit hin als auf eine Voreinstellung, die das Banner mit der Messung nicht verbindet. Je mehr Werkzeuge im Einsatz sind — und Hotels haben mehr —, desto mehr Stellen gibt es, an denen diese Verbindung fehlen kann.

Was tatsächlich im Einsatz ist

0 %10 %20 %30 %Google Analytics (GA4)Google Tag ManagerGoogle AdsMeta-PixelMatomo, etracker, PlausibleVerhaltensanalyse35,2 %26,5 %19,9 %14,2 %6,0 %5,1 %
Anteil der 332 auswertbaren Häuser, gemessen nach erteilter Einwilligung. Mehrfachnennung möglich.
Anteil der 332 auswertbaren Hotels, gemessen nach erteilter Einwilligung
WerkzeugHäuserAnteil
Google Analytics (GA4)11735,2 %
Google Tag Manager8826,5 %
Google Ads6619,9 %
Meta-Pixel4714,2 %
Matomo, etracker, Plausible u. a.206,0 %
Verhaltensanalyse (Hotjar, Clarity)175,1 %

Mehrfachnennung möglich. Bemerkenswert ist der Google-Ads-Wert: 19,9 Prozent der Häuser bewerben sich bezahlt — ohne dass in vielen Fällen ein Zähler vorhanden wäre, der eine Buchung als Ergebnis erfasst. Was daraus für die Steuerung eigener Direktbuchungen folgt, steht unter Hotelmarketing.

Vor der Einwilligung

Jede Seite wurde zweimal aufgerufen: einmal ohne jede Interaktion, einmal nach einem Klick auf die Zustimmung. Die Differenz zeigt, was ein Haus lädt, bevor es fragt.

38,0 Prozent aller untersuchten Hotels laden Messwerkzeuge ohne vorliegende Einwilligung. Bezogen auf die Häuser, die überhaupt messen, sind es 81,8 Prozent.

Anteil der 332 auswertbaren Hotels
lädt Messwerkzeuge ohne Einwilligung38,0 %
darunter Meta-Pixel ohne Einwilligung5,7 %
Einwilligungswerkzeug vorhanden49,7 %
Verdacht auf serverseitige Messung7,8 %
Zur Einordnung. Diese Erhebung stellt fest, was geladen wird und wann. Sie trifft keine rechtliche Bewertung des einzelnen Hauses — ob eine Einwilligung erforderlich ist, hängt vom eingesetzten Werkzeug und seiner Konfiguration ab. Einzelne Häuser werden nicht genannt.

Nach Städten

Auswertbare Hotels je Stadt und Anteil ohne erkennbare Messung
Stadtauswertbarohne Messung
München5751 %
Nürnberg3057 %
Köln2955 %
Hamburg2646 %
Frankfurt2580 %
Berlin2433 %
Stuttgart2255 %
Leipzig2143 %
Düsseldorf2070 %
Regensburg1567 %
Bremen1354 %
weitere 9 Städte5062 %

Städte mit weniger als zehn auswertbaren Häusern sind zusammengefasst; Einzelwerte darunter tragen keine Aussage. Die vollständige Aufschlüsselung steht in den Rohdaten.

Methodik

Grundgesamtheit und Ziehung

Aus OpenStreetMap wurden über die Overpass-Schnittstelle alle als Hotel erfassten Häuser mit hinterlegter eigener Website in 20 deutschen Städten abgerufen — Knoten, Wege und Flächen. Buchungsportale und Plattformeinträge wurden ausgeschlossen, Mehrfachnennungen derselben Domain zusammengeführt. Ergebnis: 776 Häuser. Daraus wurden 400 zufällig gezogen, mit festem Startwert, damit die Ziehung wiederholbar bleibt. Die Stichprobe umfasst damit gut die Hälfte der Grundgesamtheit.

Messung

Jede Website wurde in einem echten Browser geöffnet (Chromium, mobiles Gerät emuliert, deutsche Spracheinstellung) und der gesamte Netzwerkverkehr protokolliert. Erfasst wurden 14 Analyse- und Werbewerkzeuge sowie zehn Einwilligungslösungen. Zwei Durchgänge je Seite: ohne Interaktion und nach Betätigung der Zustimmung. In einer Nachmessung am 3. August wurden alle Häuser, bei denen ein Einwilligungsbanner erkannt, der Zustimmungsknopf aber nicht bedient werden konnte, mit einem erweiterten Verfahren erneut geprüft; die Ergebnisse sind eingearbeitet. Gemessen wurde die Startseite, nicht die Buchungsstrecke.

Ausfälle

397 Häuser wurden abgerufen, 332 waren auswertbar. Nicht auswertbar: 30 technische Fehler, 18 gesperrte Zugriffe, 13 nicht gefundene Seiten, 2 Serverfehler, 2 Ausschlüsse durch die Seite selbst. Diese Häuser sind nicht im Nenner enthalten. Die Ausfallquote liegt mit 16,4 Prozent höher als in der Gastronomie — Hotel-Websites setzen häufiger Schutzmechanismen gegen automatisierte Zugriffe ein.

Grenzen der Aussage

Serverseitige Messung ist von außen nicht sicher erkennbar. „Keine Messung“ ist deshalb eine Obergrenze — und in der Hotellerie eine großzügigere als in der Gastronomie, weil hier bei 7,8 Prozent der Häuser Anzeichen für serverseitige Messung gefunden wurden gegenüber 0,4 Prozent. Die Stichprobe enthält ausschließlich Häuser mit eigener Website und bildet Innenstadtlagen ab; sie ist damit eher digital aktiv als die Gesamtbranche. Bei 332 Fällen und Anteilen um 54 Prozent beträgt das 95-Prozent-Vertrauensintervall rund 5,4 Prozentpunkte.

Interessenlage

TasteWorks ist eine Marketing-Agentur für Gastronomie und Hotellerie und bietet Leistungen an, die mit dem Untersuchungsgegenstand zusammenhängen. Um das nachprüfbar zu halten, werden Verfahren, Auswertungsstand und der anonymisierte Datensatz vollständig veröffentlicht. Die Messkriterien standen vor Beginn der Erhebung fest und sind für beide Branchen identisch.

Daten und Zitierung

Der vollständige Datensatz beider Branchen steht als Tabelle zum Herunterladen bereit — je Betrieb Branche, Stadt, Abrufdatum, erkannte Werkzeuge und Ausfallgrund, ohne Namen der Häuser. Methodenprotokoll, Zufallsstartwert und Werkzeugversionen liegen bei.

Datensatz herunterladen · CSV

Zitiervorschlag

TasteWorks (2026): Messbarkeit in der deutschen Hotellerie 2026. Erhebung vom 2.–3. August 2026, 332 auswertbare Häuser in 20 Städten. Langquaid. Abrufbar unter agentur-gastronomie.de/studie-website-messbarkeit-hotellerie-2026/

Verwendung mit Quellenangabe und Verweis auf diese Seite gestattet. Für Rückfragen zur Methodik steht die Herausgeberin zur Verfügung. Die Erhebung für die Gastronomie steht unter Messbarkeit in der deutschen Gastronomie 2026.

Signatur Elisa Russoniello

Elisa Russoniello

Gründerin TasteWorks – Erhebung und Auswertung dieser Studie

Veröffentlicht am 3. August 2026 · zuletzt geprüft am 3. August 2026