Studie · Erhebung August 2026 · TasteWorks
Messbarkeit in der deutschen Gastronomie 2026
260 Gastronomie-Websites aus 20 Städten wurden mit einem echten Browser aufgerufen und ihr Netzwerkverkehr protokolliert — einmal vor und einmal nach der Einwilligung des Besuchers.
Der Kernbefund
70,4 Prozent der untersuchten Gastronomie-Websites messen ihren eigenen Besucherverkehr nicht. Und von den Betrieben, die messen, laden 91 Prozent ihre Messwerkzeuge, bevor der Gast zugestimmt hat.
Der zweite Satz ist der eigentliche Befund. Das verbreitete Bild lautet, die Gastronomie sei technisch zurück. Die Messung zeigt etwas anderes: Wer misst, tut es überwiegend in einer Form, die dem Besucher keine Wahl lässt.
Vier Zahlen
Was tatsächlich im Einsatz ist
| Werkzeug | Betriebe | Anteil |
|---|---|---|
| Google Analytics (GA4) | 57 | 21,9 % |
| Google Tag Manager | 27 | 10,4 % |
| Google Ads | 28 | 10,8 % |
| Meta-Pixel | 14 | 5,4 % |
| Matomo, etracker, Plausible u. a. | 8 | 3,1 % |
| Verhaltensanalyse (Hotjar, Clarity) | 2 | 0,8 % |
Mehrfachnennung möglich. Der Meta-Pixel ist der auffälligste Wert: Er ist die Voraussetzung dafür, Werbung auf Instagram und Facebook einem Ergebnis zuzuordnen — und er fehlt bei 94,6 Prozent der Betriebe.
Vor der Einwilligung
Jede Seite wurde zweimal aufgerufen: einmal ohne jede Interaktion, einmal nach einem Klick auf die Zustimmung. Die Differenz zeigt, was ein Betrieb lädt, bevor er fragt.
26,9 Prozent aller untersuchten Betriebe laden Messwerkzeuge ohne vorliegende Einwilligung. Bezogen auf die Betriebe, die überhaupt messen, sind es 90,9 Prozent.
| lädt Messwerkzeuge ohne Einwilligung | 26,9 % |
| darunter Meta-Pixel ohne Einwilligung | 4,2 % |
| Einwilligungswerkzeug überhaupt vorhanden | 28,1 % |
| Zustimmungsknopf gefunden und betätigt | 29,6 % |
Nach Städten
| Stadt | auswertbar | ohne Messung |
|---|---|---|
| München | 44 | 68 % |
| Frankfurt | 27 | 78 % |
| Berlin | 25 | 60 % |
| Nürnberg | 25 | 64 % |
| Hamburg | 25 | 60 % |
| Köln | 23 | 78 % |
| Stuttgart | 15 | 73 % |
| Hannover | 13 | 77 % |
| Leipzig | 10 | 90 % |
| Düsseldorf | 10 | 70 % |
| Münster | 10 | 100 % |
| weitere 9 Städte | 33 | 70 % |
Städte mit weniger als zehn auswertbaren Betrieben sind zusammengefasst; Einzelwerte darunter tragen keine Aussage. Die vollständige Aufschlüsselung steht in den Rohdaten.
Methodik
Grundgesamtheit und Ziehung
Aus OpenStreetMap wurden über die Overpass-Schnittstelle alle als Restaurant erfassten Betriebe mit hinterlegter eigener Website in 20 deutschen Städten abgerufen — Knoten, Wege und Flächen. Plattformeinträge (Lieferdienste, soziale Netzwerke, Bewertungsportale) wurden ausgeschlossen, Mehrfachnennungen derselben Domain zusammengeführt. Ergebnis: 3.729 Betriebe. Daraus wurden 300 zufällig gezogen, mit festem Startwert, damit die Ziehung wiederholbar bleibt.
Messung
Jede Website wurde in einem echten Browser geöffnet (Chromium, mobiles Gerät emuliert, deutsche Spracheinstellung) und der gesamte Netzwerkverkehr protokolliert. Erfasst wurden 14 Analyse- und Werbewerkzeuge sowie zehn Einwilligungslösungen. Zwei Durchgänge je Seite: ohne Interaktion und nach Betätigung der Zustimmung. In einer Nachmessung am 3. August wurden alle Betriebe, bei denen ein Einwilligungsbanner erkannt, der Zustimmungsknopf aber nicht bedient werden konnte, mit einem erweiterten Verfahren erneut geprüft; die Ergebnisse sind eingearbeitet.
Ausfälle
295 Betriebe wurden abgerufen, 260 waren auswertbar. Nicht auswertbar: 15 technische Fehler, 10 nicht gefundene Seiten, 5 gesperrte Zugriffe, 3 Serverfehler, 2 Ausschlüsse durch die Seite selbst. Diese Betriebe sind nicht im Nenner enthalten.
Grenzen der Aussage
Serverseitige Messung ist von außen nicht sicher erkennbar. „Keine Messung“ ist deshalb eine Obergrenze, die gemessene Verbreitung von Messwerkzeugen entsprechend eine Untergrenze. Die Stichprobe enthält ausschließlich Betriebe mit eigener Website und ist damit eher digital aktiv als die Gesamtbranche — der ermittelte Anteil ohne Messung fällt für die Branche insgesamt vermutlich höher aus, nicht niedriger.
Was daraus folgt
Messbarkeit ist kein Selbstzweck. Sie entscheidet darüber, ob ein Betrieb sagen kann, welche seiner Maßnahmen Gäste gebracht hat — und damit darüber, ob die nächste Entscheidung auf Zahlen oder auf Vermutungen beruht. Wie eine Gastronomie-Website aufgebaut sein muss, damit das überhaupt möglich ist, steht unter Webdesign für die Gastronomie; die Einordnung des eigenen Betriebs im Wettbewerb unter Standortanalyse.
Daten und Zitierung
Der vollständige Datensatz steht als Tabelle zum Herunterladen bereit — je Betrieb Stadt, Abrufdatum, erkannte Werkzeuge und Ausfallgrund, ohne Namen der Betriebe. Methodenprotokoll, Zufallsstartwert und Werkzeugversionen liegen bei.
Datensatz herunterladen · CSV, 295 Zeilen
Zitiervorschlag
TasteWorks (2026): Messbarkeit in der deutschen Gastronomie 2026. Erhebung vom 2.–3. August 2026, 260 auswertbare Betriebe in 20 Städten. Langquaid. Abrufbar unter agentur-gastronomie.de/studie-website-messbarkeit-gastronomie-2026/
Verwendung mit Quellenangabe und Verweis auf diese Seite gestattet. Die parallel erhobenen Zahlen für die Hotellerie stehen unter Messbarkeit in der deutschen Hotellerie 2026 — gleiche Methode, gleicher Zeitraum, deutlich abweichendes Ergebnis. Für Rückfragen zur Methodik steht der Herausgeber zur Verfügung.

Elisa Russoniello
Gründerin TasteWorks – Erhebung und Auswertung dieser Studie
Veröffentlicht am 3. August 2026 · zuletzt geprüft am 3. August 2026
Häufige Fragen zur Erhebung
Wie viele Gastronomiebetriebe messen ihren Website-Verkehr nicht?
70,4 Prozent der 260 auswertbaren Betriebe messen mit keinem erkennbaren Werkzeug (± 5,5 Prozentpunkte). Erhebung vom 2.–3. August 2026, Grundgesamtheit 3.729 Betriebe mit eigener Website in 20 deutschen Städten.
Wie viele laden Tracking, bevor der Besucher zugestimmt hat?
26,9 Prozent aller untersuchten Betriebe laden Messwerkzeuge ohne vorliegende Einwilligung. Bezogen auf die Betriebe, die überhaupt messen, sind es 90,9 Prozent. Das ist der eigentliche Befund der Erhebung.
Welche Messwerkzeuge sind in der Gastronomie verbreitet?
Google Analytics 4 bei 21,9 Prozent, Google Tag Manager und Google Ads bei je 10,4 Prozent, der Meta-Pixel bei 5,4 Prozent. Bei 94,6 Prozent fehlt der Meta-Pixel — Werbung auf Instagram und Facebook lässt sich dort keinem Ergebnis zuordnen.
Wie wurde die Erhebung durchgeführt?
Jede Website wurde in einem echten Browser geöffnet (Chromium, mobiles Gerät emuliert, deutsche Spracheinstellung) und der gesamte Netzwerkverkehr protokolliert — zwei Durchgänge je Seite: einmal ohne Interaktion und einmal nach Betätigung der Zustimmung. Von 295 abgerufenen Betrieben waren 260 auswertbar.
Wie belastbar ist die Zahl?
Serverseitige Messung ist von außen nicht sicher erkennbar. „Keine Messung" ist deshalb eine Obergrenze, die gemessene Verbreitung entsprechend eine Untergrenze. Die Stichprobe enthält ausschließlich Betriebe mit eigener Website und ist damit eher digital aktiv als die Gesamtbranche.
Dürfen die Zahlen zitiert werden?
Ja, mit Quellenangabe und Verweis auf diese Seite. Zitiervorschlag: TasteWorks (2026): Messbarkeit in der deutschen Gastronomie 2026. Erhebung vom 2.–3. August 2026, 260 auswertbare Betriebe in 20 Städten. Langquaid.

