Lexikon · Hotellerie

Zimmer-Upgrade-Verkauf am Empfang: Quote und Ertrag

Der Zimmer-Upgrade-Verkauf ist der Verkauf einer höheren Zimmerkategorie gegen Aufpreis, meist beim Check-in oder kurz vor Anreise. Gemessen wird er als Upgrade-Quote, also als Anteil der Anreisen, bei denen ein Aufpreis zustande kommt. Ohne feste Preislogik und ohne geübtes Team liegt die Quote bei 3 bis 8 Prozent der Anreisen. Der Aufpreis ist dabei betriebswirtschaftlich besonders wertvoll, weil die höhere Kategorie ohnehin gereinigt wird und kaum zusätzliche Kosten entstehen.

Die Formel

Upgrade-Quote % = verkaufte Upgrades ÷ Anreisen × 100

Ihre Upgrade-Quote

Monatswerte eintragen. Nur bezahlte Upgrades zählen, keine Kulanz-Upgrades.

7,3 %Upgrade-Quote

Einordnung: ab 10 % arbeitet der Empfang gut · 5–10 % beobachten · darunter fehlt meist die Preisstaffel. Mit den Startwerten: 62 verkaufte Upgrades auf 850 Anreisen ergeben rund 7 Prozent.

Unsere Erfahrung aus der Praxis

Wenn wir am Empfang hospitieren, hören wir fast immer dieselbe Formulierung: Es wird gefragt, ob der Gast ein größeres Zimmer möchte, und der Preis kommt als Frage hinterher. Was fehlt, ist die Staffel an der Hand — ein Blatt mit dem Aufpreis je Kategoriensprung, abgestimmt auf Wochentag und Belegung. Häuser, die dieses eine Blatt einführen und eine Woche üben, sehen die Veränderung in der Quote noch im selben Monat, ohne dass irgendjemand ein Verkaufstraining absolviert hätte.

Ein Upgrade an der Rezeption kostet das Haus fast nichts und hebt die Rate sofort. Es ist der schnellste Baustein, um mehr Umsatz je Zimmer zu erreichen.

Elisa RussonielloTasteWorks · Beratung und Konzeption

Quote und Aufpreis nach Ausgangslage

Ausgangslage Upgrade-Quote Aufpreis je Nacht
Ohne feste Preislogik, spontan am Empfang 2–5 % 10–20 €
Feste Aufpreisstaffel, geübtes Team 8–14 % 15–35 €
Zusätzlich Angebot vor Anreise 10–18 % 15–40 €
Ferienhotel mit deutlichem Kategoriegefälle 6–12 % 25–60 €

Praxiswerte aus Auswertungen am Empfang in unseren Projekten. Die Spannen hängen von Kategorienstruktur und Belegungsdruck ab.

Häufige Fragen und unsere persönlichen Erfahrungen zu Zimmer-Upgrade-Verkauf

Ab welcher Quote arbeitet der Empfang unter Wert?

Unter 5 Prozent der Anreisen fehlt in aller Regel nicht die Motivation, sondern die Voraussetzung: eine feste Aufpreisstaffel je Kategoriensprung, die niemand im Einzelfall aushandeln muss. Zwischen 5 und 10 Prozent liegt der Bereich, in dem Übung und Formulierung den Unterschied machen. Ab 10 Prozent arbeitet ein Empfang mit klarer Preislogik. Häuser mit zusätzlichem Angebot vor Anreise erreichen 10 bis 18 Prozent — dann kommt ein Teil der Entscheidung schon vor dem Check-in zustande.

Wie hoch fällt der Aufpreis üblicherweise aus?

In der Mittelklasse liegen 15 bis 35 Euro je Nacht im üblichen Rahmen, im Ferienhotel mit deutlichem Kategoriegefälle 25 bis 60 Euro. Spontan am Empfang ohne Staffel bleibt es meist bei 10 bis 20 Euro, weil im Zweifel nach unten gerundet wird. Als Orientierung hat sich die Hälfte bis zwei Drittel der Ratendifferenz zwischen den Kategorien bewährt: genug Abstand zum regulären Preis der höheren Kategorie, damit die Vorausbuchung nicht entwertet wird, und niedrig genug für eine schnelle Entscheidung.

Warum bleibt der Aufpreis fast vollständig als Ertrag?

Weil die höhere Kategorie ohnehin gereinigt, beheizt und vorgehalten wird. Es entsteht kein zusätzlicher Wareneinsatz, keine zusätzliche Reinigung und keine zusätzliche Besetzung — lediglich ein etwas höherer Verbrauch. Der Aufpreis fließt damit nahezu vollständig in den Deckungsbeitrag. Das ist der Grund, warum diese Kennzahl bei kleinen absoluten Beträgen auf das Jahr gerechnet in dieselbe Größenordnung kommt wie manche Preismaßnahme am Zimmerpreis.

Wann schadet das Angebot an der Rezeption?

Wenn es an der falschen Stelle im Ablauf steht oder den Stammgast trifft, der seine Kategorie bewusst gebucht hat. Ein Upgrade-Angebot gehört an den Punkt, an dem der Gast angekommen und die Formalität erledigt ist, nicht als Begrüßung. Und es gehört unterlassen, wenn ohnehin aus Belegungsgründen hochgestuft wird — ein Aufpreis für etwas, das ein anderer Gast am selben Abend geschenkt bekommt, ist der sicherste Weg, die Preislogik zu beschädigen.

Wenn die Zahl nicht stimmt

Die Quote liegt im mittleren Bereich. Meist fehlt die feste Aufpreisstaffel, nicht die Bereitschaft am Empfang.

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