Lexikon · Hotellerie

Housekeeping-Kennzahlen: Minuten je Zimmer und was daraus folgt

Housekeeping-Kennzahlen messen den Aufwand je gereinigtem Zimmer — meist als Minuten je Zimmer, Zimmer je Schicht und Kosten je Zimmer. Sie sind die Grundlage jeder belastbaren Personalplanung. Entscheidend ist die Trennung nach Reinigungsart: Eine Abreise braucht deutlich länger als eine Bleibereinigung, und wer beides mittelt, plant strukturell falsch.

Unsere Erfahrung aus der Praxis

Die Kennzahl, die am häufigsten fehlt, ist die Nacharbeit. Ohne sie sieht jede Beschleunigung im Housekeeping nach Erfolg aus — bis die Bewertungen kippen. Wir raten dazu, den Anteil nachgearbeiteter Zimmer von Anfang an mitzuführen; er ist der einzige Gegenspieler zu einer Zahl, die sonst nur in eine Richtung optimiert wird.

Dominik PuschTasteWorks · Betriebs- und Markenarchitektur

Was üblicherweise erfasst wird

Kennzahl Aussage
Minuten je Abreisezimmer Basis der Schichtplanung
Minuten je Bleibezimmer meist deutlich niedriger
Zimmer je Kraft und Schicht Produktivität im Vergleich
Kosten je Zimmer verbindet Zeit mit Lohn und Material
Anteil Nacharbeit Qualitätssignal, oft nicht erfasst

Übliche Größen. Die Zielwerte hängen von Zimmergröße, Ausstattung und Kategorie ab — ein Vergleich zwischen Häusern verschiedener Kategorie führt in die Irre.

Häufige Fragen und unsere persönlichen Erfahrungen zu Housekeeping-Kennzahlen

Warum Abreise und Bleibe getrennt messen?

Weil der Aufwand sich erheblich unterscheidet — Bettwäsche, Bad, Auffüllen und Sichtkontrolle fallen nur bei der Abreise vollständig an. Ein Haus mit hoher Aufenthaltsdauer braucht bei gleicher Belegung deutlich weniger Zeit als eines mit täglichem Wechsel. Wer nur einen Mittelwert führt, plant an beiden Tagen falsch.

Was ist ein realistischer Wert?

Er hängt zu stark von Zimmergröße, Ausstattung und Standard ab, um ihn allgemein zu nennen. Sinnvoll ist, den eigenen Wert über einen repräsentativen Zeitraum sauber zu messen und danach die Entwicklung zu verfolgen. Der Vergleich mit dem eigenen Vormonat ist aussagekräftiger als jeder Branchenwert.

Wie vermeide ich, dass die Zahl zu Druck führt?

Indem der Anteil der Nacharbeit mitgemessen wird. Eine sinkende Reinigungszeit bei steigender Nacharbeit ist keine Produktivitätssteigerung, sondern eine Verlagerung — und sie endet bei Gastbeschwerden. Beide Zahlen gehören immer zusammen betrachtet.

Wenn die Zahl nicht stimmt

Wenn Reinigungszeiten und Nacharbeit nicht zusammen erfasst werden, fehlt die Gegenprobe. Wir sehen uns den Ablauf an.

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