Lexikon · Hotellerie
GOPPAR: Bruttobetriebsergebnis je verfügbarem Zimmer
Der GOPPAR (Gross Operating Profit per Available Room) setzt das Bruttobetriebsergebnis ins Verhältnis zu den verfügbaren Zimmern. Er ist die einzige der geläufigen Zimmerkennzahlen, die Umsatz und Kosten zusammenführt — und deshalb die, auf die Eigentümer und Banken schauen. RevPAR und TRevPAR können steigen, während der GOPPAR fällt.
Die Formel
GOPPAR = Bruttobetriebsergebnis (GOP) ÷ verfügbare Zimmer
Ihr GOPPAR
GOP = Gesamtumsatz abzüglich aller Betriebskosten, vor Miete, Zinsen und Abschreibung.
Die Einordnung hängt stark von Kategorie und Betreibermodell ab. Aussagekräftig ist die Entwicklung gegen den eigenen Vorjahreszeitraum.
Der GOPPAR bringt die unbequeme Wahrheit auf den Tisch: Ein Haus kann seine Belegung steigern, sich über wachsenden Umsatz freuen — und trotzdem weniger verdienen als im Vorjahr, weil das Wachstum über teuer eingekaufte Kanäle und personalintensive Zusatzleistungen kam. Wer nur RevPAR führt, merkt das erst mit dem Jahresabschluss.
Häufige Fragen und unsere persönlichen Erfahrungen zu GOPPAR
Was gehört in den GOP und was nicht?
In den GOP fließen alle betrieblichen Aufwendungen — Personal, Wareneinsatz, Energie, Verwaltung, Marketing. Nicht enthalten sind Miete oder Pacht, Zinsen, Abschreibungen und Steuern. Diese Abgrenzung macht Häuser mit unterschiedlichen Eigentums- und Pachtmodellen überhaupt erst vergleichbar.
Warum kann der GOPPAR fallen, während der Umsatz steigt?
Weil zusätzlicher Umsatz unterschiedlich teuer erkauft wird. Ein Bankett bringt Umsatz und kostet Personal, Ware und Rüstzeit; eine Buchung über ein Portal bringt Umsatz und kostet Provision. Wer nur auf RevPAR und TRevPAR schaut, sieht das Wachstum und nicht seinen Preis.
Wie oft sollte der GOPPAR gerechnet werden?
Monatlich, sobald die Kostenseite verlässlich vorliegt. Häufiger ist selten möglich, weil viele Kosten erst mit Abschluss zugeordnet werden können. Wichtig ist eine konstante Abgrenzung — wechselnde Zuordnungen erzeugen Ausschläge, die betrieblich gar nicht stattgefunden haben.
Wenn die Zahl nicht stimmt
Das Ergebnis liegt im mittleren Bereich. Meist lohnt der Blick auf Kanalkosten und Personaleinsatz an schwachen Tagen.

