Lexikon · Hotellerie

Personalkosten pro Zimmer im Hotel: Richtwerte

Die Personalkosten je Zimmer verteilen den gesamten Personalaufwand eines Zeitraums auf die verkauften Zimmer. Anders als die Personalkostenquote, die den Aufwand am Umsatz misst, zeigt diese Zahl, was eine belegte Nacht an Arbeitskraft bindet — und sie bleibt auch dann aussagekräftig, wenn die Rate schwankt. Im Stadthotel der Mittelklasse mit Frühstück gelten 30 bis 45 Euro je belegtem Zimmer als Praxiswert.

Die Formel

Personalkosten je Zimmer = Personalaufwand gesamt ÷ verkaufte Zimmer
Personalkostenquote % = Personalaufwand ÷ Nettoumsatz × 100

Ihre Personalkosten je Zimmer

Personalaufwand inklusive Lohnnebenkosten und Leiharbeit eintragen.

37,14 €Personalkosten je Zimmer

Einordnung: bis 30 Euro schlank · 30 bis 42 Euro im Mittelfeld · darüber gehört die Struktur geprüft. Die Schwellen gelten für Häuser mit Frühstück und ohne eigenes Abendrestaurant. Mit den Startwerten: 52.000 Euro Personalaufwand bei 1.400 verkauften Zimmern ergeben 37,14 Euro je belegtem Zimmer.

Unsere Erfahrung aus der Praxis

Wenn wir in ein Haus kommen, in dem die Personalkosten aus dem Rahmen fallen, liegt es fast nie an zu vielen Köpfen und fast immer an der Verteilung über die Woche. Die Besetzung folgt dem Dienstplan der starken Tage, auch wenn die Belegung am Sonntag und Montag um ein Drittel darunter liegt. Wir legen deshalb zuerst die Personalkosten je Zimmer je Wochentag nebeneinander — der Unterschied zwischen den Tagen ist regelmäßig größer als jeder Einsparvorschlag.

Personalkosten je Zimmer machen Häuser unterschiedlicher Größe vergleichbar und zeigen, wo Abläufe klemmen. Was daraus folgt, gehört zur Ertragsseite eines Hauses.

Elisa RussonielloTasteWorks · Beratung und Konzeption

Richtwerte nach Kategorie

Kategorie Personalkostenquote je belegtem Zimmer
Budget / Limited Service 20–28 % 18–30 €
Mittelklasse mit Frühstück 28–36 % 30–45 €
Haus mit Restaurant und Bankett 33–42 % 45–70 €
Ferienhotel mit Wellness 32–40 % 40–65 €

Praxiswerte aus der eigenen Beratungspraxis, Stand 2026. Mindestlohnentwicklung und Tarifbindung verschieben die Untergrenze jährlich; die Werte sind deshalb nur innerhalb desselben Jahres vergleichbar.

Häufige Fragen und unsere persönlichen Erfahrungen zu Personalkosten je Zimmer

Was sagt die Zahl, was die Personalkostenquote nicht sagt?

Sie ist unabhängig von der Rate. Wenn ein Haus die Preise anhebt, sinkt die Personalkostenquote, ohne dass sich an der Arbeitsorganisation etwas geändert hätte. Die Personalkosten je Zimmer bleiben in diesem Fall konstant und zeigen damit ehrlicher, wie viel Arbeitskraft eine belegte Nacht bindet. Umgekehrt steigt die Zahl sofort, wenn die Belegung fällt und die Besetzung nicht mitgeht — genau das ist die Steuerungsfrage in schwachen Wochen.

Gehören Leiharbeit und Fremdvergabe hinein?

Ja, sonst ist die Kennzahl über die Zeit nicht vergleichbar. Wird das Housekeeping fremdvergeben, wandert der Aufwand aus dem Personalkonto in den Fremdleistungsaufwand, und die Personalkosten je Zimmer fallen scheinbar deutlich. Betrieblich hat sich nichts verbessert, nur die Kontierung. Sauber ist es, alle Kosten der Arbeitsleistung zusammenzufassen und die Zusammensetzung in einer Nebenrechnung auszuweisen.

Wann wird die Personalkostenlast kritisch?

Wenn sie den Rahmen der eigenen Kategorie dauerhaft verlässt — bei einem Mittelklassehaus mit Frühstück also oberhalb von etwa 45 Euro je belegtem Zimmer oder bei einer Quote über 36 Prozent. Dann bleibt nach Wareneinsatz und Energie regelmäßig zu wenig für den Kapitaldienst. Die Prüfung beginnt nicht bei den Stunden, sondern bei der Verteilung: In schwachen Wochen läuft die Besetzung häufig auf dem Niveau der starken weiter.

Welche Bezugsgröße ist die richtige, verkaufte oder verfügbare Zimmer?

Für die Steuerung des laufenden Betriebs die verkauften Zimmer, weil der Aufwand überwiegend mit der Belegung entsteht. Für Investitions- und Pachtfragen ist zusätzlich die Rechnung je verfügbarem Zimmer sinnvoll, denn ein erheblicher Teil des Personals ist auch bei schwacher Belegung gebunden. Beide Zahlen nebeneinander zeigen, wie fix die Personalkosten im jeweiligen Haus tatsächlich sind.

Wenn die Zahl nicht stimmt

Der Wert liegt im Mittelfeld. Lohnend ist der Blick auf einzelne Wochentage statt auf den Monatsschnitt.

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