Lexikon · Hotellerie

Auslastung im Hotel berechnen (Occupancy Rate)

Die Auslastung ist der Anteil der verkauften an den verfügbaren Zimmern. Sie ist die am schnellsten verfügbare Kennzahl eines Hauses — und die am leichtesten missverständliche: Eine Auslastung von 90 Prozent ist kein Erfolg, wenn sie über Preise erkauft wurde, die den Ertrag nicht tragen. Erst zusammen mit der ADR ergibt sie ein Bild.

Die Formel

Auslastung % = verkaufte Zimmer ÷ verfügbare Zimmer × 100

Ihre Auslastung

Verfügbare Zimmer = Zimmerzahl × Tage im Zeitraum.

75,3 %Auslastung

Einordnung als grobe Orientierung: ab 75 % gut · 60–75 % mittel · darunter schwach. Die Werte verschieben sich stark mit Lage, Saison und Segment.

Unsere Erfahrung aus der Praxis

Die Auslastung ist die Zahl, die in jedem Haus bekannt ist, und oft die einzige, die geführt wird. Genau darin liegt das Problem: Wer nur sie betrachtet, optimiert auf Belegung und verliert Preis. Wir bitten deshalb immer um ADR und Auslastung zusammen — und um beide getrennt nach Wochentagen, weil sich dort der eigentliche Handlungsbedarf zeigt.

Elisa RussonielloTasteWorks · Beratung und Konzeption

Häufige Fragen und unsere persönlichen Erfahrungen zu Auslastung

Zählen gesperrte Zimmer mit?

Zimmer, die wegen Renovierung oder Defekt dauerhaft nicht verkaufbar waren, gehören aus dem Nenner heraus — sonst drücken sie die Auslastung ohne betrieblichen Grund. Wichtig ist, die Bereinigung zu dokumentieren, damit die Zeitreihe vergleichbar bleibt. Kurzfristige Ausfälle von ein bis zwei Tagen werden üblicherweise nicht bereinigt.

Ist eine hohe Auslastung immer gut?

Nein. Eine Auslastung nahe 100 Prozent über längere Zeit ist meist ein Zeichen dafür, dass zu günstig verkauft wurde. Wer regelmäßig ausgebucht ist, verschenkt Preis — die interessante Frage ist dann nicht, wie mehr Gäste kommen, sondern was ein Zimmer wert ist.

Wie hängt Auslastung mit RevPAR zusammen?

RevPAR ist ADR mal Auslastung. Damit wird sichtbar, dass beide Größen gegeneinander arbeiten können: Preissenkungen heben die Auslastung und senken die ADR. Ob sich das lohnt, zeigt allein der RevPAR — er ist der Schiedsrichter zwischen den beiden.

Wenn die Zahl nicht stimmt

Die Belegung ist ausbaufähig. Sinnvoll ist der Blick auf einzelne Wochentage statt auf den Monatsschnitt.

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