Lexikon · Hotellerie
No-Show-Quote im Hotel: Messung und Absicherung
Die No-Show-Quote ist der Anteil der erwarteten Anreisen, bei denen der Gast weder erscheint noch storniert. Sie ist klein und teuer zugleich, weil das Zimmer bis zur Nacht blockiert bleibt und kurzfristig nicht mehr verkäuflich ist. Ohne Kreditkartengarantie liegt sie als Praxiswert bei 3 bis 7 Prozent, mit Garantie oder Vorauszahlung deutlich darunter. Die Quote gehört getrennt nach Kanal und Ratenart geführt.
Die Formel
No-Show-Quote % = nicht angereiste Zimmernächte ÷ erwartete Anreisen × 100
Ihre No-Show-Quote
Monatswerte eintragen — Stornierungen zählen nicht als No-Show.
Einordnung: bis 1,5 Prozent unauffällig · 1,5 bis 4 Prozent beobachten · darüber gehört die Garantiepolitik geprüft. Mit den Startwerten: 22 Nichtanreisen bei 700 erwarteten Anreisen ergeben 3,14 Prozent.
Die No-Show-Quote ist die kleinste Zahl im Vertriebsbericht und die, an der sich am schnellsten etwas bewegt. Wenn wir in ein Haus kommen, fragen wir zuerst, welcher Anteil der Anreisen überhaupt gesichert ist — und bekommen die Antwort selten sofort. Sobald sie vorliegt, zeigt sich meist, dass ein einzelnes Segment die Quote trägt, häufig ungesicherte Firmenbuchungen. Die Lösung liegt dann im Buchungsprozess dieses Segments, nicht in einer generellen Verschärfung.
No-Shows häufen sich dort, wo unverbindlich gebucht wird — der Kanal entscheidet mit über die Quote. Wer sie senken will, muss Gäste direkt buchen lassen.
Richtwerte nach Buchungsart
| Buchungsart | No-Show-Quote | Absicherung |
|---|---|---|
| Ungesicherte Telefon- und Firmenbuchung | 3–7 % | keine, nur Anreisebestätigung |
| Buchung mit Kreditkartengarantie | 0,5–2 % | Garantie mit Belastungsrecht |
| Rate mit Vorauszahlung | unter 1 % | Zahlung vor Anreise |
| Gruppenabruf ohne Rooming-Liste | 5–15 % | Abrufliste und Rückgabefrist |
Praxiswerte aus Auswertungen von Hotelsoftware in der Privathotellerie. Die Spannen sind hausabhängig und schwanken mit Segmentmix und Saison; maßgeblich ist die eigene Auswertung über zwölf Monate.
Häufige Fragen und unsere persönlichen Erfahrungen zu No-Show-Quote
Worin unterscheidet sich ein No-Show von einer Stornierung?
In der Vorlaufzeit und damit im Schaden. Eine Stornierung kommt rechtzeitig genug, dass das Zimmer wieder in den Verkauf geht; ein No-Show wird erst in der Nacht sichtbar, wenn kein Verkauf mehr möglich ist. Beide Vorgänge gehören deshalb getrennt gezählt. Wer sie zusammenfasst, erhält eine Sammelzahl, aus der weder die Garantiepolitik noch die Überbuchungsentscheidung abgeleitet werden kann.
Was darf bei Nichtanreise in Rechnung gestellt werden?
In der Branchenpraxis werden bei Übernachtung mit Frühstück 80 bis 90 Prozent des Zimmerpreises angesetzt, bei Halbpension entsprechend weniger, weil ersparte Aufwendungen abzuziehen sind. Das ist Vertrags- und Rechtsprechungspraxis auf Grundlage wirksam einbezogener Geschäftsbedingungen, kein gesetzlicher Satz. Hinzu kommt die Obliegenheit, das Zimmer nach Möglichkeit anderweitig zu vergeben. Rechtsstand: September 2026; die eigene Klauselgestaltung gehört anwaltlich geprüft.
Ab welcher Quote wird es für das Haus eng?
Oberhalb von etwa 4 Prozent über mehrere Monate. Dann fehlt nicht nur der Erlös der Nacht, sondern die Belegungsprognose wird unbrauchbar, weil der erwartete Anreisebestand systematisch zu hoch liegt. Personal- und Frühstücksplanung laufen dann dauerhaft zu großzügig. Die Prüfung beginnt beim Anteil ungesicherter Buchungen: Er erklärt in der Regel den größten Teil der Abweichung, noch vor Kanal und Saison.
Welche Absicherung wirkt am zuverlässigsten?
Die Kreditkartengarantie mit klar formuliertem Belastungsrecht, gefolgt von der Vorauszahlungsrate. Beides senkt die Quote erfahrungsgemäß in den Bereich von 0,5 bis 2 Prozent. Wichtig ist die Reihenfolge: Erst die Buchungsbedingungen sauber und transparent formulieren, dann technisch durchsetzen. Eine Garantie, die im Buchungsprozess nicht eindeutig angezeigt wird, ist im Streitfall wenig wert und belastet zusätzlich die Gastbeziehung.
Wenn die Zahl nicht stimmt
Die Quote ist spürbar. Der erste Blick gehört dem Anteil ungesicherter Buchungen, nicht der Höhe des Ausfallentgelts.

