Lexikon · Hotellerie

Bruttobetriebsergebnis (GOP) im Hotel: Formel und Marge

Das Bruttobetriebsergebnis — international GOP (Gross Operating Profit) — ist der Nettogesamtumsatz abzüglich aller abteilungsbezogenen und ungeteilten Betriebskosten, aber vor Pacht, Versicherung, Abschreibung und Zinsen. Weil diese Posten ausgeklammert bleiben, werden Häuser mit unterschiedlichen Eigentums- und Pachtmodellen vergleichbar. Im Stadthotel der Mittelklasse gilt eine GOP-Marge von 32 bis 40 Prozent als üblicher Praxiswert.

Die Formel

GOP = Nettogesamtumsatz − Abteilungskosten − ungeteilte Betriebskosten
GOP-Marge % = GOP ÷ Nettogesamtumsatz × 100

Ihre GOP-Marge

Betriebskosten ohne Pacht, Zinsen, Abschreibung und Steuern eintragen.

34,5 %GOP-Marge
100.000 €GOP absolut

Einordnung: ab 35 Prozent tragfähig · 28 bis 35 Prozent beobachten · darunter wird der Kapitaldienst eng. Die Schwellen gelten für Häuser mit Frühstück und ohne großes Bankettgeschäft. Mit den Startwerten: 290.000 Euro Umsatz abzüglich 190.000 Euro Betriebskosten ergeben 100.000 Euro GOP und rund 34,5 Prozent Marge.

Unsere Erfahrung aus der Praxis

Das Bruttobetriebsergebnis ist die Zahl, mit der Pachtgespräche gewonnen oder verloren werden, und in vielen Häusern liegt sie erst mit dem Jahresabschluss vor. Wenn wir in einen Betrieb kommen, bitten wir deshalb zuerst um eine monatliche GOP-Rechnung mit konstanter Abgrenzung, auch wenn sie unscharf ist. Eine Marge, die zwölfmal im Jahr auf dem Tisch liegt, verändert Entscheidungen über Kanäle und Personaleinsatz — eine, die einmal im Jahr kommt, erklärt nur noch.

Das Bruttobetriebsergebnis ist die Zahl, die ein Eigentümer zuerst ansieht. Sie bewegt sich nur über Vertrieb, Preisgefüge und Kosten darunter — also über die Ertragsseite eines Hauses.

Dominik PuschGastronomie-Experte mit über 25 Jahren Erfahrung

GOP-Marge nach Kategorie

Kategorie GOP-Marge was die Marge trägt
Budget / Limited Service 40–50 % wenig Personal, kaum Gastronomie
Stadthotel Mittelklasse mit Frühstück 32–40 % Logisanteil und schlanker Service
Haus mit Restaurant und Bankett 25–35 % personalintensive Zusatzleistungen
Ferienhotel mit Wellness 25–35 % hohe Energie- und Personallast

Praxiswerte aus der eigenen Beratungspraxis und aus Betriebsvergleichen der Privathotellerie. Die Abgrenzung folgt üblicherweise der USALI-Systematik; sie ist ein verbreiteter Branchenstandard, aber keine verbindliche Norm.

Häufige Fragen und unsere persönlichen Erfahrungen zu Bruttobetriebsergebnis

Was gehört in den GOP und was bleibt draußen?

In den GOP fließen alle betrieblichen Aufwendungen: Personal, Wareneinsatz, Energie, Verwaltung, Vertriebs- und Werbekosten, Instandhaltung im laufenden Betrieb. Draußen bleiben Pacht oder Miete, Versicherung des Eigentümers, Abschreibungen, Zinsen und Steuern. Genau diese Trennung macht den GOP zur Vergleichsgröße: Ob ein Haus gepachtet oder im Eigentum betrieben wird, ändert die Betriebsleistung nicht, wohl aber das Ergebnis darunter.

In welchem Verhältnis sollten GOP und Pacht zueinander stehen?

In der Praxis wird als Faustzahl angesetzt, dass die Pacht 20 bis 25 Prozent vom Nettoumsatz und rund zwei Drittel des GOP nicht übersteigen sollte. Das ist ein Erfahrungswert aus Pachtverhandlungen, keine Regel und keine Zusage gegenüber Banken oder Verpächtern. Liegt die Pacht darüber, trägt das Haus in schwachen Monaten den Kapitaldienst aus der Substanz. Die Zahl gehört vor jeder Vertragsverlängerung durchgerechnet, mit den eigenen Zwölfmonatswerten.

Unterhalb welcher GOP-Marge wird es strukturell eng?

Unterhalb von etwa 28 Prozent bei einem Stadthotel der Mittelklasse. Dann bleibt nach Pacht, Zins und Rücklage für die Zimmererneuerung regelmäßig zu wenig übrig, um Investitionen aus dem laufenden Geschäft zu tragen. Ein Budgethaus mit derselben Marge liegt dagegen deutlich unter seinem Muster von 40 bis 50 Prozent und hat meist ein Kostenproblem im Personal. Die Marge ist deshalb nur innerhalb der eigenen Kategorie zu lesen.

Warum fällt der GOP mitunter, während der Umsatz wächst?

Weil zusätzlicher Umsatz unterschiedlich teuer erkauft wird. Ein Bankett bringt Erlös und kostet Personal, Ware und Rüstzeit; eine Buchung über ein Portal bringt Erlös und kostet Provision. Wächst der Umsatz überwiegend in diesen Bereichen, steigt die absolute Zahl und die GOP-Marge sinkt. Deshalb gehört neben jede Umsatzentwicklung die Marge derselben Periode — sonst wird ein Wachstum gefeiert, das den Ertrag verschlechtert.

Wenn die Zahl nicht stimmt

Die Marge liegt im mittleren Bereich. Meist lohnt die Aufteilung nach Abteilungen, bevor irgendwo gekürzt wird.

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