Lexikon · Hotellerie
OTA-Provision: was die Buchung über Portale kostet
Die OTA-Provision ist der Anteil, den ein Buchungsportal je vermittelter Buchung einbehält. Üblich sind 15 bis 25 Prozent, mit Aufschlägen für bessere Platzierung. Die Provision ist dabei nur der sichtbare Teil: Dazu kommen Zahlungsgebühren, höhere Stornoquoten und der Umstand, dass ein über ein Portal gewonnener Gast beim nächsten Mal wieder dort bucht.
Die Formel
Nettoerlös = Buchungswert − Provision
Provisionsquote % = Provision ÷ Buchungswert × 100
Was bleibt nach Provision
Monatswerte der Portalbuchungen eintragen.
Einordnung: bis 12 % vertretbar · 12–18 % beobachten · darüber prüfen. Die Quote bezieht sich auf den gesamten Logisumsatz, nicht nur auf die Portalbuchungen.
Die Provisionsquote ist eine der wenigen Zahlen, die viele Häuser gar nicht als Quote führen — sie kennen die Provisionsrechnung, aber nicht ihren Anteil am Logisumsatz. Sobald diese Zahl auf dem Tisch liegt, verändert sich das Gespräch: Es geht nicht mehr um die Frage, ob Portale gut oder schlecht sind, sondern darum, welcher Anteil für das eigene Haus vertretbar ist.
Häufige Fragen und unsere persönlichen Erfahrungen zu OTA-Provision
Sind Portale grundsätzlich schlecht?
Nein. Sie leisten Reichweite, die ein einzelnes Haus nicht aufbauen kann, und füllen Zeiträume, die sonst leer blieben. Problematisch wird es, wenn sie zum Hauptkanal werden — dann zahlt das Haus Provision auch für Gäste, die ohnehin gekommen wären. Ziel ist ein bewusster Mix, kein Ausstieg.
Was kostet eine Portalbuchung wirklich?
Mehr als die Provision. Hinzu kommen Zahlungsgebühren, ein höherer Bearbeitungsaufwand bei Stornierungen und der Effekt, dass die Gastbeziehung beim Portal liegt — Wiederbuchungen laufen erneut über den kostenpflichtigen Kanal. Wer nur die Provisionszeile ansieht, unterschätzt die Gesamtkosten deutlich.
Wie erhöhe ich den Direktanteil?
Über drei Dinge in dieser Reihenfolge: eine Buchungsstrecke, die auf dem Handy in wenigen Schritten funktioniert; ein Angebot, das direkt sichtbar besser ist als über das Portal — ohne die Ratenparität zu verletzen; und die konsequente Ansprache des Gastes vor Ort. Rabattschlachten mit dem Portal gewinnt kein Haus.
Wenn die Zahl nicht stimmt
Der Anteil ist spürbar. Der schnellste Hebel liegt fast immer in der eigenen Buchungsstrecke, nicht im Kanalmix.

