Lexikon · Gastronomie

Schankverlust berechnen und senken

Der Schankverlust ist die Differenz zwischen eingekaufter und verkaufter Getränkemenge. Er entsteht durch Schaum, Leitungsreinigung, Probierschlucke und Fehlbuchungen. Bei Fassbier gelten 3 bis 5 Prozent als normal; alles darüber ist ein Hinweis auf Technik oder Ausschankpraxis — und läuft übers Jahr unbemerkt mit.

Die Formel

Schankverlust % = (Einkaufsmenge − Verkaufsmenge) ÷ Einkaufsmenge × 100

Ihr Schankverlust

Mengen eines Monats in Litern eintragen.

4,0 %Schankverlust
60 €Fehlmenge Liter

Einordnung: bis 3 % normal · 3–5 % beobachten · über 5 % prüfen. Reinigungsverluste gehören getrennt erfasst, sonst verfälschen sie die Zahl.

Unsere Erfahrung aus der Praxis

Der Schankverlust ist die Zahl, die am häufigsten gar nicht erhoben wird — und dann über Jahre unbemerkt läuft. Wer ihn zum ersten Mal rechnet, findet in der Regel keine dramatische Zahl, sondern eine, die zwei bis drei Punkte über dem Nötigen liegt. Genau diese unauffällige Größenordnung macht ihn teuer: Sie fällt niemandem auf, läuft aber jeden Monat mit.

Elisa RussonielloTasteWorks · Beratung und Konzeption

Häufige Fragen und unsere persönlichen Erfahrungen zu Schankverlust

Welcher Schankverlust ist normal?

Bei Fassbier liegen 3 bis 5 Prozent im üblichen Rahmen, bei Wein und Spirituosen deutlich darunter, weil dort kein Schaum anfällt. Entscheidend ist weniger der absolute Wert als seine Stabilität: Ein Betrieb, der konstant bei 4 Prozent liegt, hat seine Technik im Griff. Einer, der zwischen 2 und 9 Prozent schwankt, hat ein Erfassungs- oder ein Personalthema.

Woran liegt ein zu hoher Schankverlust?

An vier Stellen, in dieser Reihenfolge zu prüfen: Temperatur und Druck der Anlage, Zustand und Länge der Leitungen, Ausschankpraxis des Personals, und schließlich die Buchungsdisziplin. Die ersten beiden sind technisch schnell zu klären; die dritte braucht Einarbeitung, die vierte eine klare Regel für Personalgetränke und Kulanz.

Wie erfasse ich den Verlust sauber?

Über eine getrennte Buchung: Reinigungsverluste, Personalgetränke und Kulanzausgaben bekommen eigene Kassenkonten. Wer alles in einen Topf wirft, misst am Ende nur, wie groß der Topf ist. Erst die Trennung zeigt, ob der Verlust technisch, personell oder buchhalterisch entsteht.

Wenn die Zahl nicht stimmt

Der Wert liegt im oberen normalen Bereich. Ein Blick auf Anlagentechnik und Ausschankpraxis lohnt, bevor daraus eine Gewohnheit wird.

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