Gastgewerbe · Gründung

Restaurant eröffnen

Ein Restaurant zu eröffnen scheitert selten am Konzept und fast immer an der Rechnung dahinter. Von den Gastronomiebetrieben, die in Deutschland neu gegründet werden, sind nach fünf Jahren noch 36,0 Prozent am Markt (Statistisches Bundesamt, 11.11.2025). Diese Seite zeigt, was eine Eröffnung verlangt, welche Genehmigungen zwingend sind und ab welchem Umsatz sich der Betrieb trägt.

Signatur Elisa Russoniello

Elisa Russoniello

Gründerin TasteWorks – Begleitung von Neueröffnungen in der Gastronomie

Stand: 2. August 2026 · TasteWorks, Agentur für Gastronomie und Hotellerie

Standort prüfen lassen

Das Wichtigste in Zahlen

36,0 %der neu gegründeten Gastronomiebetriebe sind nach fünf Jahren noch aktiv.Statistisches Bundesamt, 11.11.2025
450.700 €durchschnittlicher Jahresumsatz eines Gastronomiebetriebs.Umsatzsteuerstatistik 2023, DEHOGA-Zahlenspiegel IV/2025
3,3 %Umsatzrendite im Branchendurchschnitt.Umsatzsteuerstatistik 2023, DEHOGA-Zahlenspiegel IV/2025
78,7 %der Gastronomiebetriebe messen auf ihrer Website gar nichts — sie wissen nicht, woher ihre Gäste kommen.eigene Erhebung TasteWorks, 168 Betriebe in 20 Städten, 28.07.2026

Zwingend vor der Eröffnung: Gewerbeanmeldung, IHK-Unterrichtung nach § 4 GastG, Infektionsschutzbelehrung, HACCP-Konzept — dazu je nach Bundesland eine Gaststättenerlaubnis oder nur eine Anzeige. Bei 3,3 Prozent Umsatzrendite entscheidet nicht die Idee über den Fortbestand, sondern die Auslastung an den schwachen Tagen.

Auf dieser Seite

  1. Was kostet es, ein Restaurant zu eröffnen?
  2. Ab welchem Umsatz trägt sich ein Restaurant?
  3. Wie finde ich den richtigen Standort?
  4. Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
  5. Gaststätte, Restaurant, Gastronomie: der Unterschied
  6. Welche Rechtsform passt für ein Restaurant?
  7. Welche Genehmigungen brauche ich?
  8. Welche Versicherungen braucht ein Restaurant?
  9. Welche Pflichten kommen nach der Eröffnung?
  10. In welcher Reihenfolge geht man vor?
  11. Wie finde ich Personal für die Eröffnung?
  12. Woran scheitern Eröffnungen wirklich?
  13. Was muss ich in den ersten 90 Tagen messen?
  14. Neu eröffnen oder einen Betrieb übernehmen?
  15. Café, Bar, Imbiss: Was ist anders?
  16. Businessplan und Finanzierung
  17. Wie finanziert man eine Eröffnung?
  18. Häufige Fragen

Was kostet es, ein Restaurant zu eröffnen?

Ein Restaurant zu eröffnen kostet immer die Summe aus fünf Blöcken: Objekt und Übernahme, Bau und Technik, Einrichtung, Anlaufkosten und Liquiditätsreserve. Eine seriöse Gesamtzahl dazu gibt es nicht — sie hängt fast vollständig vom Zustand des Objekts ab, und jede Seite, die eine nennt, verschweigt genau diese Variable.

Die Spanne zwischen einer übernommenen, laufenden Gaststätte und einem Rohbau ohne Fettabscheider, Lüftung und Starkstrom ist größer als jeder Durchschnittswert, den man dagegenstellen könnte. Die behördlichen Gebühren sind dabei der kleinste Posten und werden von der jeweiligen Kommune festgesetzt — sie lassen sich vor der Planung dort konkret erfragen.

Belastbar ist die Struktur der Kosten. Die ersten beiden Blöcke werden regelmäßig unterschätzt, der letzte fehlt am häufigsten ganz:

01

Objekt und Übernahme

Kaution, Ablöse, Maklerkosten, Pacht in der Umbauzeit

Die Pacht läuft ab Übergabe — nicht ab Eröffnung.

02

Bau und Technik

Küche, Lüftung, Fettabscheider, Elektrik, Sanitär, Brandschutz

Auflagen entstehen erst bei der Bauabnahme, also nach der Kalkulation.

03

Einrichtung

Möblierung, Geschirr, Kasse, Warenwirtschaft

Der sichtbarste Posten — deshalb der einzige, der meist realistisch geplant wird.

04

Anlauf

Warenerstausstattung, Personal vor Eröffnung, Anmeldungen, Beratung

Personal muss eingearbeitet sein, bevor der erste Gast zahlt.

05

Liquiditätsreserve

laufende Kosten der ersten Monate ohne Zielumsatz

Der Block, der am häufigsten ganz fehlt.

Der wirtschaftlich gefährlichste Fehler steckt im letzten Block. Ein neuer Betrieb erreicht seinen Zielumsatz nicht in Woche eins. Wer die Investition bis auf den letzten Euro in Bau und Einrichtung steckt, finanziert eine schöne Eröffnung und keinen tragfähigen Betrieb.

Ab welchem Umsatz trägt sich ein Restaurant?

Ein Restaurant trägt sich ab dem Umsatz, der Wareneinsatz, Personal, Pacht und Kapitaldienst deckt — in der Praxis also erst bei einer Auslastung, die auch die beiden schwächsten Wochentage einschließt. Der Maßstab dafür: Der durchschnittliche Gastronomiebetrieb in Deutschland setzt 450.700 Euro im Jahr um und erzielt daraus eine Umsatzrendite von 3,3 Prozent (Umsatzsteuerstatistik 2023, ausgewiesen im DEHOGA-Zahlenspiegel IV/2025).

Rechnet man das zu Ende, ergibt sich: Aus 450.700 Euro Jahresumsatz bleiben im Schnitt rund 14.900 Euro Gewinn vor Unternehmerlohn. Das sind bei durchgehendem Betrieb etwa 1.240 Euro im Monat — bevor der Inhaber sich selbst bezahlt hat.

450.700 Euro Jahresumsatz, davon 3,3 Prozent Umsatzrendite Durchschnittlicher Jahresumsatz 450.700 € 100 % Davon Gewinn bei 3,3 % Umsatzrendite 14.900 € Gewinn vor Unternehmerlohn Bei durchgehendem Betrieb je Monat ≈ 1.240 €
Umsatzsteuerstatistik 2023, ausgewiesen im DEHOGA-Zahlenspiegel IV/2025. Balken maßstabsgetreu.

Diese Rendite stammt allerdings aus der Zeit vor der Steuerreform. Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie dauerhaft der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent, Getränke bleiben bei 19 Prozent (Steueränderungsgesetz 2025, Zustimmung des Bundesrates am 19.12.2025). Wer die Entlastung nicht an den Gast weitergibt, verbessert die Marge; wer sie weitergibt, senkt den Bruttoumsatz bei gleicher Deckung. Beides muss in der Planung eine Entscheidung sein und keine Restgröße — und die Kasse muss Speisen und Getränke ab dem ersten Tag getrennt ausweisen.

Daraus folgt die Frage, die vor dem Mietvertrag steht und nicht danach: Wie viele zahlende Gäste braucht dieser Standort an einem normalen Dienstag? Nicht am Samstag — der Samstag trägt fast jeden Betrieb. Über den Fortbestand entscheiden die schwachen Tage.

Wo dieser Gewinn entsteht oder verschwindet, zeigt die Kostenstruktur. Drei Quoten bestimmen sie fast vollständig — sie sind Branchen-Faustregeln zur Orientierung, keine amtliche Statistik:

Wareneinsatz

rund 28–35 % vom Umsatz

Steigt still, wenn Portionen und Einkaufspreise nicht regelmäßig gegengerechnet werden.

Personal

rund 30–40 % vom Umsatz

Der größte Block und der einzige, der sich kurzfristig über die Dienstplanung steuern lässt.

Pacht

höchstens rund 10 % vom Umsatz

Die einzige Quote, die vor der Unterschrift feststeht — und danach nicht mehr verhandelbar ist.

Daraus folgt die härteste Regel einer Eröffnung: Die Pacht wird nicht am Objekt gemessen, sondern am realistisch erreichbaren Umsatz an einem normalen Wochentag. Wer sie am Samstag rechnet, unterschreibt zu teuer.

Bei 3,3 Prozent Rendite ist die Auslastung am Dienstag wichtiger als das Konzept.

Wer diese Rechnung vor der Unterschrift aufmacht, verhandelt anders: über die Pacht, über die Umbauzeit, über die Ablöse. Wer sie danach aufmacht, hat einen Vertrag und keine Verhandlungsposition mehr.

Wie finde ich den richtigen Standort?

Ein Standort wird an sechs messbaren Größen geprüft, bevor über die Pacht gesprochen wird: Frequenz nach Tageszeit, Einzugsgebiet, Wettbewerbsdichte im selben Segment, Sichtbarkeit vor Ort, digitale Sichtbarkeit des Umfelds und der bauliche Zustand des Objekts.

Der Standort ist die einzige Entscheidung einer Eröffnung, die sich später praktisch nicht korrigieren lässt. Ein schwaches Konzept kann man nachschärfen, eine schlechte Karte austauschen, ein Team neu aufbauen. Eine falsche Adresse bleibt.

  1. Frequenz nach Tageszeit und Wochentag. Nicht die Gesamtfrequenz, sondern ihre Verteilung. Eine Lage mit starkem Mittagsgeschäft und totem Abend trägt kein Abendrestaurant.
  2. Einzugsgebiet und Erreichbarkeit. Wie weit fährt der Zielgast realistisch, und was steht ihm auf dem Weg dorthin im Weg — Parkplätze, Verkehrsführung, Anbindung.
  3. Wettbewerbsdichte im selben Segment. Entscheidend ist nicht die Zahl der Restaurants, sondern die Zahl derer, die denselben Anlass bedienen.
  4. Sichtbarkeit vor Ort. Sieht man den Eingang von der Hauptlaufrichtung aus? Zweite Reihe und Hinterhof kosten dauerhaft Frequenz und lassen sich nur mit Budget ausgleichen.
  5. Digitale Sichtbarkeit des Umfelds. Wie gut sind die Wettbewerber im Netz aufgestellt — im Unternehmensprofil, in den Bewertungen, in der lokalen Suche? Das bestimmt, wie viel Aufwand nötig ist, um überhaupt gefunden zu werden.
  6. Zustand und Auflagenlage des Objekts. Lüftung, Fettabscheider, Fluchtwege, Nutzungsänderung. Der Posten, der die Kalkulation am häufigsten sprengt.
Elisa Russoniello, Gründerin von TasteWorks, im Gastraum eines Restaurants

Wenn jemand mit einem unterschriebenen Pachtvertrag zu uns kommt, ist die teuerste Entscheidung längst gefallen. Wir werden am liebsten vorher geholt — zur Besichtigung, nicht zur Rettung.

Wir haben mehrere hundert Betriebe begleitet, viele davon von der ersten Objektbesichtigung an. Der Unterschied zwischen einem guten und einem teuren Start liegt fast immer in den vier Wochen davor.

Elisa RussonielloGründerin TasteWorks · drei eigene Familienbetriebe · Begleitung von Neueröffnungen in der Gastronomie

Die ersten fünf Punkte lassen sich vor der Unterschrift erheben. Der sechste braucht einen Fachmann vor Ort. Wer alle sechs kennt, verhandelt über die Pacht mit Argumenten statt mit Hoffnung — und das ist in aller Regel mehr wert als die Prüfung gekostet hat.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Für ein Restaurant in Deutschland ist keine abgeschlossene Ausbildung als Koch oder Restaurantfachkraft vorgeschrieben. Die Gastronomie ist kein zulassungspflichtiges Handwerk. Wer eröffnen will, muss aber persönlich zuverlässig sein und die gaststättenrechtlichen Anforderungen erfüllen.

  • Nicht gefordert: eine abgeschlossene Ausbildung als Koch oder Restaurantfachkraft. Die Gastronomie ist kein zulassungspflichtiges Handwerk.
  • Persönliche Zuverlässigkeit — nachgewiesen über Führungszeugnis und Auskunft aus dem Gewerbezentralregister.
  • Sachkunde im Umgang mit Lebensmitteln — die IHK-Unterrichtung nach § 4 des Gaststättengesetzes sowie die Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz.
  • Eignung der Räume — Küche, Lüftung, Sanitäranlagen und Fluchtwege müssen den bau-, hygiene- und brandschutzrechtlichen Anforderungen genügen.

Der letzte Punkt ist der teure. Ob ein Objekt geeignet ist, entscheidet nicht der Vermieter und nicht das Bauchgefühl, sondern die Behörde bei der Abnahme — und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem der Pachtvertrag längst läuft.

Gaststätte, Restaurant, Gastronomie: Was ist der rechtliche Unterschied?

„Gaststätte" ist der Rechtsbegriff: Wer Getränke oder zubereitete Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle abgibt, betreibt nach § 1 GastG ein Gaststättengewerbe — gleich ob das Haus Restaurant, Bar, Café oder Imbiss heißt. Eine Gastronomie eröffnen, eine Gaststätte eröffnen und ein Restaurant eröffnen beschreiben denselben Vorgang.

Für die Genehmigungslage ist die Bezeichnung deshalb gleichgültig. Entscheidend sind zwei andere Fragen: ob Alkohol ausgeschenkt wird und in welchem Bundesland der Betrieb liegt.

Welche Rechtsform passt für ein Restaurant?

Sobald die Investitionssumme sechsstellig wird, ist die GmbH für die meisten Einzelbetriebe die Rechtsform der Wahl: Sie begrenzt die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen und verlangt dafür 25.000 Euro Stammkapital, davon die Hälfte bei Gründung. Die Rechtsform entscheidet über Haftung, Gründungsaufwand und Buchführungspflichten — nicht über den Erfolg des Betriebs, und sie sollte die Standortentscheidung nicht aufhalten.

Einzelunternehmen

Volle Privathaftung

Schnell und ohne Mindestkapital gegründet. Bei den Investitionssummen einer Gastronomie ist die Haftung mit dem Privatvermögen der entscheidende Nachteil.

GbR

Volle Privathaftung, gesamtschuldnerisch

Der Normalfall bei zwei Gründern ohne Kapitalgesellschaft — mit Haftung auch für die Handlungen des Partners.

UG (haftungsbeschränkt)

Beschränkt, faktisch oft nicht

Ab einem Euro Stammkapital gründbar, Pflicht zur Rücklagenbildung. Banken und Verpächter verlangen bei dünner Kapitaldecke regelmäßig private Bürgschaften — die Haftungsbeschränkung ist dann ausgehebelt.

GmbH

Beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen

25.000 Euro Stammkapital, davon mindestens die Hälfte bei Gründung eingezahlt. Die übliche Form, sobald mehrere Betriebe, Investoren oder eine spätere Übergabe im Spiel sind.

Für die Gaststättenerlaubnis ist die Rechtsform zweitrangig: Sie wird auf eine natürliche Person erteilt. Bei einer Gesellschaft muss die verantwortliche Person benannt sein und die persönlichen Voraussetzungen erfüllen — ein Punkt, der bei Betriebsübernahmen regelmäßig übersehen wird und die Eröffnung verzögert.

Welche Genehmigungen brauche ich?

Ob Sie eine Gaststättenerlaubnis brauchen, hängt vom Bundesland ab. Nach der Föderalismusreform haben mehrere Länder eigene Gaststättengesetze erlassen und die Erlaubnispflicht durch eine bloße Anzeige ersetzt — unter anderem Baden-Württemberg zum 1. Januar 2026, außerdem Hessen, Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und das Saarland. Wo kein Landesgesetz gilt, greift weiterhin die Erlaubnispflicht nach § 2 des Gaststättengesetzes des Bundes.

Die Anzeige ist eine Erleichterung des Verfahrens, nicht der Anforderungen: Die persönliche Zuverlässigkeit wird weiterhin geprüft, nur nachträglich statt vorab. In Baden-Württemberg bleibt die IHK-Unterrichtung ausdrücklich Pflicht, obwohl die Erlaubnis entfallen ist. Unabhängig vom Bundesland zwingend sind diese Vorgänge — sie greifen ineinander:

  1. GewerbeanmeldungGewerbeamt der Gemeinde — Grundlage jeder selbstständigen Tätigkeit
  2. Unterrichtung nach § 4 GastGIndustrie- und Handelskammer — Voraussetzung für die Erlaubnis, in Baden-Württemberg auch ohne Erlaubnis vorgeschrieben
  3. Belehrung nach § 43 IfSGGesundheitsamt — für alle Personen mit Lebensmittelkontakt. Die Belehrung muss vor Tätigkeitsbeginn erfolgen; sie verfällt danach nicht
  4. Gaststättenerlaubnis oder AnzeigeOrdnungs- oder Gewerbeamt — Erlaubnis nach Bundesrecht, in den Ländern mit eigenem Gesetz genügt die Anzeige, in der Regel zusammen mit der Gewerbeanmeldung
  5. HACCP-Eigenkontrollkonzepteigenverantwortlich, geprüft durch die Lebensmittelüberwachung — Pflicht für jeden lebensmittelverarbeitenden Betrieb

Dazu kommen je nach Objekt und Kommune die Baugenehmigung beziehungsweise Nutzungsänderung, der Brandschutznachweis, die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe, die GEMA-Anmeldung bei Musikwiedergabe und die Sondernutzungserlaubnis für Außengastronomie.

Die Bearbeitungszeiten unterscheiden sich zwischen Kommunen erheblich. Wer den Eröffnungstermin vor der Erteilung der Konzession bewirbt, plant gegen eine Behörde — das geht selten gut aus. Verbindliche Auskünfte erteilt ausschließlich die zuständige Kommune; die Angaben hier ersetzen keine Rechtsberatung.

Welche Versicherungen braucht ein Restaurant?

Zwei Absicherungen sind für einen Gastronomiebetrieb praktisch nicht verhandelbar: die Betriebshaftpflicht und die Inhaltsversicherung für Küche, Technik und Einrichtung. Die Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ist ohnehin gesetzlich vorgeschrieben und keine Wahl.

Darüber hinaus entscheidet der Betrieb selbst, welche Risiken er tragen kann:

Betriebsunterbrechung

Zahlt laufende Kosten weiter, wenn der Betrieb nach einem Schaden schließen muss.

Der Baustein, den Gründer am häufigsten streichen — und der im Ernstfall über den Fortbestand entscheidet.

Elektronik und Kühlgut

Deckt Küchentechnik und verdorbene Ware nach einem Ausfall.

Ein stehender Kühlraum kostet an einem Wochenende mehr als die Jahresprämie.

Rechtsschutz

Für Streit mit Verpächter, Lieferanten oder Personal.

Der Pachtvertrag ist der wahrscheinlichste Streitgegenstand einer Eröffnung.

Glas und Gebäude

Schaufenster, Vitrinen, je nach Vertrag auch Gebäudeteile.

Wer welchen Teil versichert, steht im Pachtvertrag — vor Abschluss klären.

Der Zeitpunkt ist wichtiger als der Umfang: Die Haftpflicht muss stehen, bevor Handwerker und Personal im Objekt arbeiten — nicht erst zur Eröffnung.

Welche Pflichten kommen nach der Eröffnung?

Mit der Eröffnung endet die Behördenarbeit nicht. Vier Pflichten laufen dauerhaft mit und werden bei Kontrollen zuerst geprüft:

  1. AllergenkennzeichnungDie 14 kennzeichnungspflichtigen Allergene nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung müssen auch bei loser Ware ausgewiesen sein — auf der Karte, per Aushang oder mündlich mit schriftlicher Dokumentation. Dazu kommt die Kennzeichnung von Zusatzstoffen.
  2. SperrzeitenWann geschlossen sein muss, regeln Land und Kommune, nicht der Bund — und Ausnahmen sind beantragbar. Wer sein Konzept auf späte Öffnung baut, klärt das vor dem Pachtvertrag.
  3. GEMAJede Musikwiedergabe im Gastraum ist anmelde- und vergütungspflichtig. Die Höhe hängt von Fläche, Art der Wiedergabe und Öffnungstagen ab; über den DEHOGA-Rahmenvertrag gibt es einen Nachlass für Mitglieder.
  4. Kassenführung nach § 146a AOZertifizierte Sicherheitseinrichtung, Belegausgabepflicht und die Meldung des Systems ans Finanzamt. Die Meldung ist eine Frist, kein Dauerzustand — siehe Schritt 07 im Ablauf.

Alle vier sind bei der Eröffnung geräuschlos und werden erst teuer, wenn eine Kontrolle sie einfordert. Verbindliche Auskünfte erteilt die zuständige Kommune; die Angaben hier ersetzen keine Rechtsberatung.

In welcher Reihenfolge geht man vor?

Die Reihenfolge lautet: Konzept, Standortprüfung, Zahlenwerk, Objekt sichern, Genehmigungen, Umbau, Kasse anmelden, Sichtbarkeit, Eröffnung. Sie entscheidet über die Verhandlungsposition — fast alle teuren Fehler entstehen dadurch, dass Schritt 4 vor Schritt 2 passiert.

Vier Phasen einer Eroeffnung, Kapital wird ab Schritt 04 gebunden 01–03 04 05–06 07–08 Prüfen Binden Bauen Starten ab hier ist Kapital gebunden
Struktur der acht Schritte. Die Breiten zeigen die Zahl der Schritte je Phase, keine Dauer.
  1. Konzept und Zielgast festlegen. Nicht die Speisekarte — die Frage, wer an einem normalen Wochentag kommt und warum.
  2. Standort prüfen, bevor verhandelt wird. Frequenz, Wettbewerbsdichte, Erreichbarkeit, Sichtbarkeit im Netz. Diese Prüfung ist die einzige, die sich vor der Unterschrift noch auszahlt.
  3. Zahlen rechnen. Investition, Liquiditätsreserve, Break-even je Wochentag.
  4. Objekt sichern. Pachtvertrag, Ablöse, Umbauzeit — mit einer Rechnung im Rücken statt mit Hoffnung.
  5. Genehmigungen einholen. Gewerbeanmeldung, Konzession, IHK-Unterrichtung, Infektionsschutzbelehrung.
  6. Umbau, Technik, Abnahme. Lüftung, Fettabscheider, Brandschutz — hier entstehen die Nachforderungen.
  7. Kassensystem anschaffen und melden. Elektronische Aufzeichnungssysteme brauchen nach § 146a AO eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung und müssen seit dem 1. Juli 2025 innerhalb eines Monats nach Anschaffung über „Mein ELSTER" ans Finanzamt gemeldet werden. Gemietete und geleaste Systeme stehen angeschafften gleich, und je Betriebsstätte sind stets alle Systeme in einer Meldung zu übermitteln.
  8. Sichtbarkeit aufbauen, vor der Eröffnung. Eintrag im Unternehmensprofil, Website, Reservierungsweg, Bewertungen. Wer erst am Eröffnungstag anfängt, eröffnet in ein leeres Haus.
  9. Eröffnen und messen. Auslastung je Wochentag, Herkunft der Gäste, Reservierungsquote.

Wie finde ich Personal für die Eröffnung?

Personal wird von innen nach außen besetzt: zuerst Küchen- und Serviceleitung, lange bevor die Karte final ist, danach das Team um sie herum — denn gute Leute entscheiden nach der Person, unter der sie arbeiten. Personal ist in der Gastronomie der Engpass, der den Eröffnungstermin bestimmt, nicht der Umbau.

Ein Team muss eingearbeitet sein, bevor der erste Gast an einem vollen Samstag sitzt. Wer zwei Wochen vor Eröffnung anfängt zu suchen, eröffnet mit einer Mannschaft, die sich am Gast kennenlernt. Drei Punkte entscheiden praktisch:

  • Die Schlüsselpositionen zuerst. Küchenleitung und Serviceleitung stehen idealerweise fest, bevor die Karte final ist — sie müssen sie umsetzen können und bringen ihr eigenes Netzwerk mit.
  • Der Auftritt entscheidet über die Bewerbung. Bewerber prüfen einen neuen Betrieb genauso wie Gäste: Website, Bewertungen des Inhabers, Social Media. Ein Haus, das im Netz nicht existiert, wirkt auf gute Leute wie ein Risiko.
  • Die Personalkosten gehören in die Anlaufrechnung. Löhne fallen vor dem ersten Umsatz an. Zwei bis vier Wochen bezahlte Einarbeitung sind der Normalfall, nicht die Ausnahme.

Wer die Eröffnung nach dem Umbautermin plant statt nach der Verfügbarkeit des Teams, verschiebt sie ohnehin — nur später und teurer.

Woran scheitern Eröffnungen wirklich?

Nach fünf Jahren sind noch 36,0 Prozent der neu gegründeten Gastronomiebetriebe aktiv (Statistisches Bundesamt, 11.11.2025). Das ist eine der niedrigeren Überlebensraten im Branchenvergleich. Die Ursachen sind selten kulinarisch.

36 von 100 neu gegründeten Gastronomiebetrieben sind nach fünf Jahren noch aktivnach fünf Jahren noch aktiv (36)nicht mehr am Markt (64)
Ein Punkt = ein Betrieb. Statistisches Bundesamt, 11.11.2025.

Drei Muster wiederholen sich:

  • Die Reserve fehlt. Die Investition ist vollständig verbaut, bevor der Betrieb seinen Zielumsatz erreicht hat.
  • Der Standort wurde nach Gefühl gewählt. Die Miete war günstig — und günstig war sie aus einem Grund.
  • Der Betrieb ist unsichtbar. Und das ist der Punkt, der sich am leichtesten beheben lässt.

Zum dritten Punkt haben wir selbst gemessen. Im Juli 2026 haben wir 168 Gastronomiebetriebe in 20 deutschen Städten untersucht, davon waren 150 online erreichbar. Methode, Stichprobe und Stichtag stehen offen in unserer Erhebung zur Website-Messbarkeit 2026. Das Ergebnis (Stand 28.07.2026):

Messung auf den Websites von 150 online erreichbaren Gastronomiebetriebenmessen auf ihrer Website gar nichts78,7 %ohne Meta-Pixel94,0 %mit Google Analytics 414,7 %mit Google Tag Manager5,3 %mit Consent-Banner26,0 %
Anteil der erreichbaren Betriebe. Eigene Erhebung TasteWorks, 168 Betriebe in 20 Städten, davon 150 online erreichbar, Stand 28.07.2026.

Vier von fünf Betrieben wissen also nicht, woher ihre Gäste kommen. Für einen laufenden Betrieb ist das ein verschenkter Hebel. Für eine Neueröffnung ist es gravierender: Wer nicht misst, erkennt in den ersten Monaten nicht, welcher Wochentag trägt und welcher zusetzt — also genau in dem Zeitraum, in dem Gegensteuern noch möglich wäre.

Gute Auslastung schützt nicht vor Marktverlust. Sie verdeckt ihn nur länger.

Dominik Pusch, Gastronomie-Experte bei TasteWorks, im Gastraum eines Restaurants

Ich habe noch keine Eröffnung erlebt, die am Essen gescheitert ist. Gescheitert sind die, bei denen im dritten Monat das Geld für die Löhne knapp wurde — weil die Reserve im Umbau steckte.

Deshalb rechne ich mit Gründern zuerst den Dienstag durch und erst danach die Karte. Die Karte kann man später ändern, den Pachtvertrag nicht.

Dominik PuschDeutscher Gastronomie-Experte · über 20 Jahre in der Gastronomie · Autor von „Gastronomie. Geheimnisse. Gewinner.“

Was muss ich in den ersten 90 Tagen messen?

Vier Größen genügen in den ersten 90 Tagen: Auslastung je Wochentag, Durchschnittsbon, Herkunft der Gäste und die Bewertungsentwicklung. Sie sind alle ohne teures System zu erheben — und nur in diesem Zeitraum lässt sich noch günstig gegensteuern.

Die Eröffnung ist nicht das Ziel, sondern der Anfang der Datenlage. Danach sind Personalstruktur, Öffnungszeiten und Karte eingespielt, und jede Änderung kostet Vertrauen beim Team und beim Gast.

01

Auslastung je Wochentag

Welcher Tag trägt, welcher zahlt drauf?

Aus Gästezahl gegen Sitzplätze und Öffnungsstunden.

02

Durchschnittsbon

Stimmt die Kalkulation der Karte?

Aus Umsatz geteilt durch Gästezahl.

03

Herkunft der Gäste

Wirkt die Sichtbarkeit oder die Lage?

Aus Reservierungsweg, Unternehmensprofil und Website.

04

Bewertungsentwicklung

Was erzählt der Betrieb über sich, ohne es zu wollen?

Aus Anzahl und Tonalität neuer Bewertungen.

Die dritte Kennzahl ist die, die fast überall fehlt. Eine Erhebung von TasteWorks unter 168 Betrieben in 20 deutschen Städten (28.07.2026) zeigt: 78,7 Prozent der Gastronomiebetriebe messen auf ihrer Website gar nichts — sie können also die wichtigste Frage der Anlaufphase nicht beantworten: Kommt der Gast, weil er vorbeiläuft, oder weil er uns gefunden hat? Die Antwort bestimmt, wohin jeder weitere Euro Marketingbudget geht.

Wer nicht misst, korrigiert im Blindflug — und meistens zu spät.

Neu eröffnen oder einen bestehenden Betrieb übernehmen?

Die Übernahme ist der schnellere Weg und der mit dem prüfbareren Risiko: Es gibt Zahlen aus der Vergangenheit, einen bestehenden Gästestamm und eine erteilte Konzession. Dafür zahlt man eine Ablöse — und übernimmt die Gründe, aus denen der Vorgänger aufhört.

Weg bis zum ersten Gast: Neugruendung gegenueber Uebernahme Neu eröffnen Konzept · Vertrag · Umbau · Abnahme erster Gast Kein Erbe — aber auch keine Zahlen aus der Vergangenheit. Übernehmen Prüfen · Übergabe erster Gast Zahlen, Gästestamm und Konzession sind da. Mit übernommen: Ablöse, Ruf und die Gründe des Vorgängers.
Schematisch. Die Längen zeigen die Reihenfolge, keinen Zeitmaßstab.

Vor jeder Übernahme gehören diese Punkte geprüft: die Umsatzentwicklung der letzten drei Jahre nach Wochentagen, die Pachthöhe im Verhältnis zum realistischen Umsatz, der Zustand der Technik, offene Auflagen der Lebensmittelüberwachung, die Laufzeit und Übertragbarkeit des Pachtvertrags sowie der Ruf des Hauses in den Bewertungen.

Der letzte Punkt wird am häufigsten übersehen und ist am teuersten zu korrigieren. Ein Betrieb mit schlechten Bewertungen wird nicht durch neue Möbel neu bewertet.

Der dritte Weg ist Franchise. Konzept, Einkauf, Marke und oft auch die Standortprüfung kommen fertig vom Geber; dafür fallen Eintrittsgebühr und laufende Gebühren an, und die unternehmerische Freiheit endet dort, wo das Systemhandbuch beginnt. Für Gründer ohne Branchenerfahrung senkt das die Fehlerquote, für erfahrene Gastronomen ist es meist der teuerste Weg zum eigenen Betrieb. Entscheidend ist eine Rechnung, die die laufenden Gebühren gegen den erwarteten Deckungsbeitrag stellt — vor Vertragsunterzeichnung.

Ob ein Objekt trägt, lässt sich vor der Unterschrift prüfen: Frequenz, Wettbewerbsumfeld, digitale Sichtbarkeit und die realistische Auslastung je Wochentag. Genau das leistet unsere Standortanalyse — sie ist bewusst so angelegt, dass sie vor dem Pachtvertrag stattfindet, weil sie danach nur noch bestätigt, was ohnehin unterschrieben ist.

Café, Bar, Imbiss: Was ist anders?

Die Genehmigungslage ähnelt sich, die Wirtschaftlichkeit unterscheidet sich deutlich.

Café

Lebt von Frequenz und Tagesgeschäft.

Niedrigerer Bonwert je Gast — die Zahl der Gäste muss ihn ausgleichen.

Bar

Erzielt höhere Rohaufschläge bei stark verdichteten Öffnungszeiten.

Größere Personalabhängigkeit am Wochenende.

Imbiss

Niedrigste Einstiegsschwelle bei der Technik.

Härteste Standortabhängigkeit — hier entscheidet die Laufkundschaft praktisch allein.

Wir behandeln diese Betriebsarten bewusst getrennt, weil die Suchergebnisse und die Fragestellungen andere sind. Eigene Seiten dazu entstehen nach und nach.

Businessplan und Finanzierung

Ein Businessplan ist bei jeder Fremdfinanzierung Pflicht — die Bank prüft ihn, bevor sie über den Kredit entscheidet.

Entscheidend ist nicht der Textteil, sondern der Finanzteil: Kapitalbedarf, Liquiditätsplanung über 24 Monate und eine Umsatzprognose, die zur Sitzplatzzahl und zu den Öffnungszeiten passt.

Selbst schreiben
Wie ein belastbarer Plan für die Gastronomie aufgebaut ist, welche Zahlen die Bank tatsächlich prüft und welche Fördermittel infrage kommen — inklusive Finanzplan-Vorlage.
Zum Leitfaden Businessplan Gastronomie
Schreiben lassen
Wer den Plan nicht selbst schreiben will, kann ihn erstellen lassen; wir tun das ab 1.250 Euro. Das ist eine Investition, die sich an genau einer Frage misst: ob die Bank zusagt.
Businessplan erstellen lassen

Wie finanziert man eine Restauranteröffnung?

Der übliche Weg ist eine Mischung aus Eigenkapital, Hausbankdarlehen mit KfW-Förderung und — in der Gastronomie verbreitet — einem Brauerei- oder Lieferantendarlehen. Das wichtigste Förderprodukt für Gründer ist der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW: seit dem 1. Dezember 2025 bis 200.000 Euro (vorher 125.000), davon bis zu 80.000 Euro für Betriebsmittel, mit 80 Prozent Haftungsfreistellung für die Hausbank.

Die Haftungsfreistellung ist der eigentliche Hebel: Sie nimmt der Hausbank vier Fünftel des Risikos ab und ist oft der Grund, warum eine Zusage überhaupt zustande kommt. Beantragt wird immer über die Hausbank, nie direkt bei der KfW — und zwingend vor Vorhabensbeginn.

01

Eigenkapital

Banken erwarten eine spürbare Beteiligung. Ohne sie ist die Liquiditätsreserve der ersten Monate kaum finanzierbar.

02

Hausbank mit KfW

StartGeld bis 200.000 €, 80 % Haftungsfreistellung. Antrag vor Vorhabensbeginn, immer über die Hausbank.

03

Brauereidarlehen

Günstiges Geld gegen Bezugsbindung. Die Bindung ist der Preis — sie sollte im Deckungsbeitrag durchgerechnet sein.

Was die Bank prüft, ist nicht das Konzept, sondern der Finanzteil: Kapitalbedarf, Liquiditätsplanung über 24 Monate und eine Umsatzprognose, die zur Sitzplatzzahl und zu den Öffnungszeiten passt.

Häufige Fragen

Kann jeder ein Restaurant eröffnen?

Grundsätzlich ja. Eine gastronomische Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Vorausgesetzt werden persönliche Zuverlässigkeit, die IHK-Unterrichtung nach § 4 GastG und die Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz.

Wie viel Geld braucht man, um ein Restaurant zu eröffnen?

Das hängt fast vollständig vom Zustand des Objekts ab. Kalkuliert werden müssen fünf Blöcke: Objekt und Übernahme, Bau und Technik, Einrichtung, Anlaufkosten und eine Liquiditätsreserve für die Monate vor Erreichen des Zielumsatzes. Der letzte Block fehlt in den meisten Planungen.

Braucht man eine Ausbildung, um ein Restaurant zu eröffnen?

Nein. Die Gastronomie ist kein zulassungspflichtiges Handwerk. Ohne Branchenerfahrung steigt allerdings das Risiko in der Kalkulation und in der Personalführung deutlich.

Welche Genehmigungen sind zwingend?

Bundesweit zwingend sind Gewerbeanmeldung, IHK-Unterrichtung nach § 4 GastG, Belehrung nach § 43 IfSG und ein HACCP-Eigenkontrollkonzept. Ob zusätzlich eine Gaststättenerlaubnis nötig ist oder eine Anzeige genügt, hängt vom Bundesland ab: Baden-Württemberg hat die Erlaubnispflicht zum 1. Januar 2026 abgeschafft, ebenso haben es Hessen, Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und das Saarland getan. Je nach Objekt kommen Baugenehmigung, Brandschutznachweis und Sondernutzungserlaubnis hinzu.

Lohnt es sich, ein Restaurant zu eröffnen?

Wirtschaftlich lohnt es sich, wenn der Standort die Auslastung an den schwachen Wochentagen trägt. Die durchschnittliche Umsatzrendite der Branche liegt bei 3,3 Prozent — der Puffer für Fehler ist also klein.

Wie lange dauert es, bis ein Restaurant eröffnen kann?

Die Dauer bestimmen zwei Faktoren: der Umfang des Umbaus und die Bearbeitungszeit der Behörden. Beides ist standortabhängig. Belastbar planen lässt sich erst, wenn die Nutzungsänderung geklärt und die Konzession beantragt ist.

Was ist der Unterschied zwischen Gaststättenerlaubnis und Konzession?

Es ist dieselbe Sache. „Konzession" ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Gaststättenerlaubnis nach dem Gaststättengesetz.

Kann man ein Restaurant ohne Eigenkapital eröffnen?

Praktisch kaum. Banken verlangen in der Regel eine Eigenkapitalbeteiligung, und die Liquiditätsreserve der ersten Monate lässt sich schwer fremdfinanzieren. Wer ohne Eigenkapital startet, hat bei 3,3 Prozent Umsatzrendite keinen Puffer für die übliche Anlaufphase.

Ist ein Businessplan Pflicht?

Gesetzlich nicht. Sobald Fremdkapital oder Fördermittel im Spiel sind, prüft die Bank ihn jedoch — dann ist er faktisch Voraussetzung.

Welche Förderung gibt es für eine Restauranteröffnung?

Das wichtigste Produkt ist der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW: seit dem 1. Dezember 2025 bis 200.000 Euro, davon bis zu 80.000 Euro für Betriebsmittel, mit 80 Prozent Haftungsfreistellung für die Hausbank. Beantragt wird er über die Hausbank und zwingend vor Vorhabensbeginn. Daneben sind in der Gastronomie Brauerei- und Lieferantendarlehen verbreitet — günstiges Geld gegen Bezugsbindung.

Welche Versicherungen braucht ein Restaurant?

Praktisch unverzichtbar sind Betriebshaftpflicht und Inhaltsversicherung; die Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ist gesetzlich vorgeschrieben. Je nach Risiko kommen Betriebsunterbrechung, Elektronik- und Kühlgutversicherung, Rechtsschutz sowie Glas hinzu. Die Haftpflicht muss stehen, bevor Handwerker und Personal im Objekt arbeiten.

Ändert die Mehrwertsteuersenkung 2026 die Kalkulation?

Ja. Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen dauerhaft der ermäßigte Satz von 7 Prozent, Getränke bleiben bei 19 Prozent. Wer die Entlastung nicht weitergibt, verbessert die Marge; wer sie weitergibt, senkt den Bruttoumsatz bei gleicher Deckung. Die Kasse muss Speisen und Getränke ab dem ersten Tag getrennt ausweisen.

Bevor Sie unterschreiben

Die teuersten Entscheidungen einer Eröffnung fallen alle vor dem ersten Gast: Objekt, Pacht, Umbauumfang. Danach lässt sich vieles verbessern, aber wenig davon zurücknehmen.

Wir arbeiten seit über zwanzig Jahren mit Häusern der deutschen Gastronomie und kommen aus drei eigenen Familienbetrieben. Wenn Sie vor einer Unterschrift stehen und wissen wollen, was der Standort wirklich hergibt: Standortanalyse anfragen.